Zukunftsprogramm

WLV mildert umstrittenen Satz ab

Bis zum Jahr 2030 soll die Offensive Nachhaltigkeit des Westfälisch-Lippischen Landwirtschaftsverbands (WLV) in allen Punkten umgesetzt werden. Der Landesverbandsausschuss hat am Mittwoch zugestimmt, nachdem ein entscheidender Satz im Programm geändert worden ist.

„Pauschales Schuldeingeständnis“ abgemildert

Die Haltungsbedingungen für Mastschweine sind ein Thema, das im WLV intensiv diskutiert wird.
-- , Foto: LWK NRW
Die Haltungsbedingungen für Mastschweine sind ein Thema, das im WLV intensiv diskutiert wird.
Im ursprünglichen Entwurf vom November 2016 stand eine Aussage, die über Monate bundesweit die Gemüter erregte. „Der Berufsstand hat durch die Art und Weise der landwirtschaftlichen Erzeugung dazu beigetragen, Boden, Wasser, Luft und Tiere sowie Elemente der Kulturlandschaft zu schädigen“, hieß es zunächst. Dieser Satz wäre nach Auffassung des Landesverbandsausschusses des WLV ein „pauschales Schuldeingeständnis“. Im neuen Text steht jetzt: „Wir müssen uns dort verändern, … wo unsere Art und Weise der landwirtschaftlichen Erzeugung dazu beiträgt, dass Boden, Wasser, Luft, Pflanzen und Tiere sowie Elemente der Kulturlandschaft geschädigt werden." Diese Kompromissformel werde den „durchaus unterschiedlichen Sichtweisen im Verbandsgebiet“ gerecht, so der WLV nach den Diskussionen in den 19 Kreisverbänden und über 500 Ortsverbänden.

Sechs Felder

Sechs Handlungsfelder will die Initiative beackern und Perspektiven für mehr Nachhaltigkeit entwickeln:

  • Soziales & Gesellschaft
  • Schweine- & Geflügelhaltung
  • Rinderhaltung
  • Pflanzenbau & Umwelt
  • Erneuerbare Energien
  • Perspektiven für Hofübernehmer/innen
Grundsätzlich handelt es sich bei der Initiative nach Auffassung der Initiatoren um einen ambitionierten Maßnahmenplan. Im Kern stehen Leitprojekte, durch deren Umsetzung das Leben und Wirtschaften auf den Höfen sozial, wirtschaftlich und ökologisch noch nachhaltiger werden soll (siehe Kasten). Ziel ist es zum einen, in der Gesellschaft breite Akzeptanz für die landwirtschaftliche Praxis zu erreichen. Zum anderen sollen so junge Menschen motiviert werden, in diesen Beruf einzusteigen. Denn bei einer Analyse der aktuellen Situation hatte sich gezeigt, dass potenzielle Hofnachfolger häufig abgeschreckt sind. „Wer ein Problem sieht, aber nichts zu dessen Lösung beiträgt, wird selbst zum Teil des Problems“, sagte WLV-Präsident Johannes Röring im November bei der Präsentation der Offensive. (db)
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