Agrarhandel

WTO-Regeln reichen aus

Kräfteverhältnisse im Agrarhandel
In der Rangliste der wichtigsten Exporteure und Importeure im globalen Agrarhandel gibt es in dem Zeitraum zwischen 1994 und 2013 interessante Entwicklungen. So war Frankreich 1994 noch der zweitgrößte Agrarexporteur weltweit, 2013 ist das Land dann auf Platz 5 abgerutscht hinter den USA, den Niederlanden, Deutschland und Brasilien. China war 1994 nur der zehntgrößte Agrarexporteur weltweit, steht aber 2013 bereits auf Platz 6, wie die Bundesregierung anhand von Zahlenmaterial der Welthandelsorganisation WTO darlegt. Noch augenfälliger sind im Fall von China die Veränderungen auf der Importseite: Fehlt die Volksrepublik 1994 noch in der Top-10 der weltweit größten Agrarimporteure, rückt sie 2004 auf Platz 10 der Rangliste und steht 2013 bereits auf Platz 2 hinter den USA. (pio)
Deutschland gehört nach den USA und den Niederlanden zu den weltweit größten Exporteuren und hinter den USA und China zu den größten Importeuren von Agrarprodukten. Das geht jetzt aus einer Antwort der Bundesregierung auf eine Kleine Anfrage der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen zum globalen Handel von Agrarerzeugnissen und zur Ernährungssouveränität hervor.


Die Grünen hatten in ihrer Anfrage von Ende Januar die Bundesregierung gefragt, wie sich das globale Agrarhandelsvolumen in den vergangenen 20 Jahren entwickelt habe. Darüber hinaus sollte die Regierung dazu Stellung beziehen, ob sie die derzeitigen Regelungen im Agrarabkommen der Welthandelsorganisation WTO für ausreichend halte, um Kleinproduzenten in Entwicklungsländern eine dauerhafte und existenzsichernde Produktion zu ermöglichen. 


Dazu heißt es nun in der Antwort der Bundesregierung, dass die WTO-Regelungen genügten, um Kleinproduzenten in Entwicklungsländern eine dauerhafte, existenzsichernde und wettbewerbsfähige Produktion zu ermöglichen. Die Regeln würden zudem „ausreichenden Spielraum für eine die Agrarentwicklung fördernde Agrarpolitik bieten“. Es liege in der Hand der jeweiligen nationalen Regierungen, von den vorhandenen WTO-Regeln Gebrauch zu machen, um die Interessen ihrer landwirtschaftlichen Erzeuger zu schützen, konstatiert die Bundesregierung. (pio)
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