Der Anteil der Geschäfte mit Agrarerzeugnissen mit Russland ist nach Angaben des Agrarministeriums in Erfurt - gemessen am Gesamtgeschäft - relativ gering. Allerdings liegen aktuell noch keine genauen Angaben vor, wie sehr die vom russischen Importstopp betroffenen Waren wie Milch, Fleisch, Obst und Gemüse darauf entfallen.

In den ersten fünf Monaten des Jahres 2014 sollen rund 9.000 t Schweinefleisch und Käse aus Deutschland nach Russland geliefert worden sein. Noch vor einem Jahr wurden von Januar bis Mai 2013 rund 48.000 t Schweinfleisch und 19.000 t Käse nach Russland exportiert. Allerdings haben die russischen Behörden viele Ausfuhren im vergangenen Jahr nicht genehmigt.

Insgesamt beträgt das Exportvolumen von Agrargütern in Thüringen rund 0,9 Mrd. €. Knapp 2 Prozent davon entfallen auf das Russland-Geschäft. Direkt betroffen sind in Thüringen und anderen Bundesländer die bisher nach Russland lieferenden Unternehmen und Verarbeitungsbetriebe. Hier kommt es nach Angaben des Agrarministeriums zu Umsatzausfällen und infolgedessen zu negativen Auswirkungen auf Liquidität und Produktionsumfang.

Dennoch sei auf Grund der geringen Exportquote der Thüringer Ernährungswirtschaft eine direkte Auswirkung des Importstopps begrenzt. Thüringens Landwirtschaftsminister Jürgen Reinholz (CDU) macht jedoch auf einzelne Unternehmen aufmerksam, die stärker im Handel mit Russland involviert seien und die Folgen deutlich zu spüren bekommen.
Während der Flurfahrt am Montag in Thüringen betonten Milchbauern, dass schon seit einigen Jahren die Ausfuhren von Milcherzeugnissen und Fleisch abgenommen hätten. Molkereien konzentrierten sich mehr auf Märkte wie China.

Aktuell sind Milchlandwirte in Thüringen mit einem Milchpreis von rund 37 Cent/Liter zufrieden. Produktionsüberschüsse könnten den Preis schnell aus dem Gleichgewicht bringen. Reinholz stellte auch die Bedeutung des italienischen Markts für Thüringen heraus. (da) 
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