Dürren sind kaum vorhersagbar
-- , Foto: Maret Hosemann / pixelio.de
Dürren sind kaum vorhersagbar

„Dürren vorauszusagen, ist schwierig“, sagte Oscar Rojas, Experte der UN-Ernährungsorganisation FAO in Rom, der Nachrichtenagentur dpa. Es werden erst seit 30 Jahren Daten gesammelt. Der Zeitraum sei noch zu kurz. Unberechenbar mache die Voraussagen auch das Klimaphänomen El Niño. „Es sorgt dafür, dass wir in Peru Überflutungen haben und zur selben Zeit in Venezuela eine Dürre“, erklärte der Experte in Rom. El Niño beeinflusse ungefähr drei Viertel der Welt aber azyklisch und sei daher sehr schwer vorhersehbar.

Das internationale Institut für Klimaforschung IRI erwartet mögliche Dürren zwischen September und November in Indonesien, Brasilien und Australien. Besonders Mittelamerika sei von extremer Trockenheit belastet. Wie schlimm die Folgen sind, hängt nach Ansicht von Rojas vor allem vom Zeitpunkt ab.

In einigen Ländern Mittelamerikas wie Nicaragua und Venezuela vernichte eine Dürre zurzeit in weiten Gebieten 25 bis 40 Prozent der Ernte. In besonders betroffenen Regionen seien es sogar über 80 Prozent. Vor allem die Folgen in Nicaragua schätzt Rojas als schwerwiegend ein: „In dieser Region sind überwiegend kleine Farmer aktiv, wenn sie ihre Lebensgrundlage verlieren, gefährdet das die Sicherheit des Landes.“

Auch im Iran hat Dürre in diesem Jahr für Ernteeinbußen gesorgt. Die Weizenernte wird auf 13 Mio. t geschätzt. Das seien 7 Prozent weniger als im Vorjahr berichtet die Internetseite „thecropsite.com“.

Risiko auch für Deutschland

Laut einer Studie des WWF treffen die Risiken bei der Wasserversorgung auch Deutschland. Zum einen, weil Deutschland drittgrößte Importnation ist und auf ausländische Waren angewiesen, die ohne den Einsatz von Wasser nicht verfügbar sind.

Deutschland habe bei vielen Waren ein besorgniserregendes "importiertes Wasserrisiko", etwa bei Gemüse aus Spanien, Baumwolle und Kleidung aus Indien, Metallen aus Südafrika, Rosen aus Kenia oder Phosphor aus China.

"Von Reputationsschäden bis hin zu Standortschließungen, versteckte Wasserrisiken können im Extremfall Milliardenausfälle für deutsche Unternehmen nach sich ziehen", erklärte Philipp Wagnitz, Mitautor der Wasser-Studie der Naturschutzorganisation WWF. (hed)
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