Ausgleichszahlung

Warschau beschließt Dürrehilfen


Die Regierung in Warschau hat heute nach Angaben der Nachrichtenagentur PAP eine Hilfe von 488 Mio. Zloty für Trockenschäden in der Landwirtschaft beschlossen. Diese umgerechnet rund 115 Mio. € sollen zum Großteil direkt an Landwirte ausgezahlt werden. Als konkrete Summe nannte Agrarminister Marek Sawicki 800 Zloty/ha (190 €/ha) für Obstplantagen und für den Ackerbau 400 Zloty/ha (95 €/ha). Landwirte erhalten jedoch die Beträge nur dann in voller Höhe, wenn sie sich gegen Ernteausfälle versichert haben. Anderenfalls sollen 50 Prozent gezahlt werden. Weiterhin ist ein Betrag von umgerechnet rund 4 Mio. € für Saatgutverkäufe vorgesehen. Außerdem sollen Erzeuger von Schwarzen Johannisbeeren einen direkten Ausgleich für Marktverluste erhalten.

EU-Kommission muss zustimmen

Die EU-Kommission muss die Hilfen allerdings noch genehmigen. Nach Angaben von Sawicki sind in Polen rund 100.000 Betriebe von Ausfällen betroffen, die höher sind als 30 Prozent im Vergleich zum Durchschnitt der drei Vorjahre. Die bisher bekannte Fläche soll etwa 800.000 ha betragen. Als weiteren Zeitplan nannte der polnische Minister, dass Landwirte Anträge bis zum 30. September stellen können und die Zahlungen ab dem 10. Oktober beginnen sollen. Außerdem hat der polnische Finanzminister nach Angaben von PAP heute versprochen, dass es einen Vorschuss auf die Direktzahlungen noch im Oktober dieses Jahres geben soll.

Dürre landesweit verbreitet

Das Nationale Institut für Bodenkunde und Pflanzenbau (IUNG) im polnischen Pulawy hat am Montag bekanntgegeben, dass es in allen 16 Wojewodschaften Flächen gibt, auf denen Dürre festgestellt worden ist. Den Anteil an der gesamten polnischen Ackerfläche schätzt das Institut auf gut 52 Prozent. Allerdings haben nach Angaben des Instituts nicht alle betroffenen Gemeinden mögliche Ernteausfälle an die Zentralstelle in Warschau gemeldet, wo derzeit die Schäden erfasst werden. (db)
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