Überbrückung

Warschau gewährt zinslose Kredite


Kompliziertes System
Etwa 1,35 Millionen polnische Landwirte haben 2015 Anspruch auf EU-Direktzahlungen von zusammen rund 3,3 Mrd. €. Das ergibt im Durchschnitt etwa 2.500 € pro Betrieb. Diese Zahlungen sind noch häufig gekoppelt, etwa an den Tierbestand. Außerdem sind seit 2015 die neuen Greening-Bestimmungen zu berücksichtigen. In Polen müssen seither insgesamt 18 verschiedene Prämiensätze verwaltet werden. (db)
Landwirte können in Polen für den Kauf von Düngemitteln, Pflanzenschutzmitteln und Kraftstoff staatlich geförderte Darlehen in Anspruch nehmen. Dazu kooperiert die zuständige Zahlungsagentur ARiMR bereits mit vier Bankengruppen und steht nach eigenen Angaben mit drei weiteren Finanzinstituten in abschließenden Verhandlungen. Landwirte, die solche zinslosen Kredite in Anspruch nehmen wollen, müssen sie bis spätestens 14. Juli 2016 zurückzahlen. Bedingung für die Vergabe ist der Nachweis, dass sie die Direktzahlungen 2015 noch nicht erhalten haben. Dann haben Landwirte pro Hektar Anspruch auf einen Kredit für eine Flächenpauschale von umgerechnet 105 €/ha.

Unterdessen laufen die Prüfungen, warum das Computersystem der ARiMR bei der Auszahlung der Direktzahlungen versagt hat. Das Geld sollte eigentlich bis Jahresende 2015 auf dem Konto der Landwirte eingetroffen sein. Jetzt ist absehbar, dass sich die Zahlungen wahrscheinlich bis Mai hinziehen werden. Die jetzige Führung der Warschauer Behörde, die Ende 2015 von der Regierungspartei PiS eingesetzt worden ist, beschuldigt die Vorgänger der „Fahrlässigkeit“. Eine Aktualisierung der EDV-Programme für die Auszahlungen nach den Bestimmungen der EU-Agrarreform sei zu spät in Auftrag gegeben worden.

Die jetzige Führung der ARiMR versicherte am Mittwoch bei einer Pressekonferenz in Warschau, dass die Zahlungen an die Landwirte nicht bedroht seien. Bis Ende März sollen 85 Prozent der Landwirte das Geld auf dem Konto haben. (db)
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