Nach namhaften Rücktritten im vergangenen Jahr verliert der BUND weitere aktive Mitglieder. Der Schriftführer der Kreisgruppe München, Georg Etscheit, legte jüngst sein Amt nieder und erklärte zugleich seinen Austritt aus dem BUND Naturschutz. Auch der bisherige Vorsitzende des BUND-Kreisverbands Altenkirchen, Emst-Gerhard Borowski, hat nach 20 Jahren Mitgliedschaft die Umweltschutzorganisation verlassen. Kurz vorher hatte der Ex-Landesvorsitzende Harry Neumann aus dem Westerwaldkreis mitgeteilt, dem BUND den Rücken zu kehren.

Ihr gemeinsames Motiv: der ungebremste Ausbau der Windenergie, für die sich der BUND laut seinen Kritikern viel zu stark einsetzt. Denn ob Tier- und Naturschutz mit der Förderung von Windenergie vereinbar sind, darüber streiten Mitglieder des Bundes für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND), mit 540.000 Mitgliedern und Förderern einer der wichtigsten Naturschutzverbände Deutschlands, schon seit Monaten. Die Naturliebhaber stehen vor einer Gewissensfrage: Opfern sie Grünflächen der Windkraft oder pochen sie darauf, dass Tier- und Naturschutz vorgeht? Der BUND glaubt, dass es dafür einen Kompromiss gibt, während seine Kritiker das vehement bestreiten.

Immer wieder machten in der jüngsten Vergangenheit Streitigkeiten im BUND die Runde. So war der Grünen-Politiker und Präsident der Energy Watch Group, Hans-Josef Fell, mit lautem Protest ausgetreten, weil der BUND angeblich den Ausbau der Windenergie in Bayern behindere. Zuvor hatten langjährige BUND-Mitglieder, allen voran Mitgründer Enoch zu Guttenberg, den Verein verlassen, weil sich die Institution zu sehr für Windkraft einsetze. (sp)
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