Tierhaltung

Weniger Antibiotika im Stall

-- , Foto: Pixelio

Innerhalb von sechs Jahren ist der Verbrauch an Antibiotika in der Tierhaltung von 1.706 t auf 742 t zurückgegangen. Das hat das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) heute bekanntgegeben. Die Reduktion beträgt insgesamt 56 Prozent. Im Verlgeich von 2016 auf 2015 liegt der Rückgang bei 8 Prozent.


Das BVL weist zugleich darauf hin, dass die Menge der abgegebenen Antibiotika aus der Wirkstoffklasse der Fluorchinolone im Vorjahr trotz eines Rückgangs gegenüber 2015 leicht über dem Niveau von 2001 gelegen hat. Diese Antibiotikaklasse gilt als Reserveantibiotika und ist daher für die Therapie beim Menschen von besonderer Bedeutung.

BUND fordert Verbot von Reserveantibiotika

Die Übersicht zum Antibiotikaeinsatz ist auch auf der Seite des BVL abrufbar
-- , Foto: BVL
Die Übersicht zum Antibiotikaeinsatz ist auch auf der Seite des BVL abrufbar
Der Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND) kritisierte anlässlich der Präsentation neuen Zahlen den Einsaz von Reserveantibiotoika in der Tierhaltung. „Trotz eines leichten Rückgangs gegenüber dem Vorjahr werden noch immer zu viele Reserveantibiotika in der Nutztierhaltung eingesetzt“, sagte Christian Rehmer, Leiter der Agrarpolitik beim BUND. Sie sollten ausschließlich bei Menschen verwendet werden. Die Nutztierhaltung funktioniere auch ganz ohne Reserveantibiotika, Voraussetzung seien artgerechte Ställe, Weide- und Öko-Tierhaltung, so Rehmer. Von anderer Stelle wird immer wieder die Kritik geäußert, dass der Verbrauch in Gewicht gemessen wird. Ein höher dosiertes Mittel würde somit positiv in der Reduzierungsbilanz zu Buche schlagen, obwohl tatsächlich mehr an Wirkstoff eingesetzt wird.

Schmidt für weitere Minimierung

Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt zeigte sich insgesamt zufrieden. „Unser Antibiotika-Minimierungskonzept wirkt“, erklärt der Minister. Trotz beachtlicher Erfolge arbeite man an einer weiteren Senkung. Insbesondere die Anwendung sogenannter Reserveantibiotika müsse restriktiver werden. Voraussetzung dafür sei eine enge Zusammenarbeit von Veterinär- und Humanmedizin. "Auch auf internationaler Ebene arbeiten wir daran, den Bedarf für Antibiotikaeinsätze zu minimieren. Unter deutscher G20-Präsidentschaft haben sich die G20-Agrarminister darauf verständigt, dass der Einsatz von Antibiotika auf therapeutische Zwecke beschränkt werden sollte. Das ist ein wesentlicher Fortschritt in der internationalen Agrar- und Gesundheitspolitik“, so Schmidt. (mrs)
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