Im Jahr 2014 wurden in der Tiermedizin 1.238 t Antibiotika und damit etwa 15 Prozent weniger  abgegeben als im Vorjahr. Seit Beginn der Erfassung im Jahr 2011 ist die Abgabemenge um rund 27 Prozent gesunken, berichtet das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL). Die Menge der Antibiotika, die besondere Bedeutung für die Therapie beim Menschen haben, ist 2014 jedoch im Vergleich zum Vorjahr konstant geblieben.

Hier setzt die Kritik von Bündnis 90/Die Grünen an. Der generelle Rückgang der Abgabemenge verschleiere, dass vermehrt so genannte Reserveantibiotika eingesetzt werden, warnt die Bundestagsfraktion. Diese hätten eine bis zu 40 mal höhere Wirksamkeit, und der Einsatz dieser Wirkstoffe sei im vergangenen Jahr sogar gestiegen, sei aus den Daten des BVL ersichtlich. Reserveantibiotika gelten laut Weltgesundheitsorganisation als "Wirkstoffe höchster Priorität", die eigentlich der Behandlung von Infektionen beim Menschen vorbehalten sein sollten.

Insgesamt sind im Vorjahr 1.238 t Antibiotika von pharmazeutischen Unternehmen und Großhändlern an Tierärzte in Deutschland abgegeben worden. Die Hauptabgabemengen bilden, wie in den vergangenen Jahren, Penicilline mit etwa 450 t und Tetrazykline mit etwa 342 t, gefolgt von Sulfonamiden mit 121 t, Makroliden mit 109 t und Polypeptidantibiotika (Colistin) mit 107 t. Deutschland gehört zu den EU-Ländern mit den höchsten Abgabemengen an Antibiotika. (az)
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