Umweltschutz

Weniger Schadstoffe in die Ostsee


Dr. Olaf Günther-Borstel, Till Backhaus und Rainer Tietböhl auf der YARA-Ostseekonferenz in Kaschow
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Dr. Olaf Günther-Borstel, Till Backhaus und Rainer Tietböhl auf der YARA-Ostseekonferenz in Kaschow

„Die Ostsee ist eines der am stärksten verschmutzten Meere der Welt“, eröffnete Dr. Olaf Günther-Borstel, Verkaufsleiter Yara, heute in Kaschow die Ostseekonferenz. Teilnehmer aus allen Anrainerstaaten setzen sich für eine überregionale Zusammenarbeit einer sauberen Ostsee ein. Dabei sollte weiterhin eine intensive Landwirtschaft möglich sein, aber gleichzeitig die Einträge von Nitrat und Phosphor in die Ostsee geringer ausfallen. Denn die Produktion von landwirtschaftlichen Produkten werde benötigt, um die steigende Weltbevölkerung zu ernähren, so Günther-Borstel. 

Die Ostsee ist das einzige Binnenmeer der Welt. Der Wasseraustausch ist sehr begrenzt, was die Verschmutzung fördert. Alle neun Anrainer-Staaten haben im Oktober 2013 neue Reduktionsziele für die Ostsee festgesetzt. In Deutschland sind es rund 7500 t Stickstoff (N) und 170 t Phosphor (P) pro Jahr. Um diese Ziele zu erreichen müssten landwirtschaftlich Betriebe im Nordosten rund 2 kgN/ha weniger düngen“, rechnete Till Backhaus, Agrarminister in Mecklenburg-Vorpommern aus.  Einen gangbaren Weg sieht der Minister mit Precision Farming. Finanzielle Unterstützung biete das neue Eler-Förderprogramm für die Gesundung der Gewässer. Hierfür will Backhaus rund 83 Mio. € bereitstellen.
 
Um die Nitrateinträge in die Ostsee zu verringern, sei  eine schnelle Umsetzung der novellierten Düngeverordnung notwendig. „Die Obergrenze von 170 kgN/ha für alle organischen Dünger einschließlich Gärsubstrate wird kommen“, kündigte der Minister auf der Ostseekonferenz an. Diskutiert werden derzeit Länderoptionen. Demnach könnte eine Düngeplanung für N und bei P je nach Bodenart und Ertragsniveau in den einzelnen Bundesländern möglich sein. Übersteigen die Nährstoffüberschüsse künftig 60 kg N/ha, wird eine Beratung stattfinden. Das könnte für die Hälfte der Betriebe im Nordosten der Fall sein.

Rainer Tietböhl, Bauernpräsident in Mecklenburg-Vorpommern, begrüsst die Arbeitsgruppe Wasserschutzrahmenrichtline, an der Landwirte, Wissenschaftler und Politik vertreten sind. Hier würde die Vorarbeit geleistet werden, um die Regeln in die Praxis umzusetzen. Doch müsste die Beratung intensiviert werden, wandte sich der Landwirt direkt an Backhaus. „Wir müssen auch künftig in der Lage sei, beispielsweise organische Dünger auszubringen und das Qualitätsgetreide nach Bedarf zu düngen." Daher sei dieser Kongress wichtig, um weiter an dem Projekt Meeresschutz und Landwirtschaft zusammenzuarbeiten. (da) 
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