Klimawandel

Wetterextreme nehmen in Sachsen zu

Die Sachsen müssen sich gegen mehr Starkregen im Sommer und Trockenphasen im Frühjahr rüsten. Das ist Ergebnis von Forschungsarbeiten der TU Dresden, die Agrar- und Umweltminister Frank Kupfer jetzt gemeinsam mit Prof. Christian Bernhofer vom Institut für Hydrologie und Meteorologie der TU vorgestellt hat.

„Die Ergebnisse sind nicht nur für die Analyse der regionalen Auswirkungen des Klimawandels auf Sachsen erforderlich, sie sind vor allem wichtige Grundlage für die Weiterentwicklung unserer Anpassungsstrategien", sagte Kupfer. Für die Landwirtschaft bedeute diese Entwicklung beispielsweise, dass gerade in der Wachstumsperiode Niederschläge ausbleiben - dann, wenn sie gebraucht werden.

„Lokale Starkregen im Sommer führen aber ebenfalls zu Problemen, sei es durch Erosion wertvollen Ackerbodens in der Landwirtschaft, durch Überstau in städtischen Kanalnetzen oder durch Hochwasser kleinerer Gewässer", so der Minister weiter. Auch die Tendenz zum häufigeren Wechsel von Trockenperioden und Starkregen im Sommer erhöhe die Risiken in Land-, Forst- und Wasserwirtschaft. Die jetzt vorliegenden neuen Erkenntnisse sollen genutzt werden, um gemeinsam mit regionalen Entscheidungsträgern und Akteuren in Sachsen die notwendigen Konsequenzen daraus abzuleiten.

Die Ergebnisse der Studie bestätigten zum einen bisherige Erkenntnisse zum Temperaturanstieg. Danach ist die Jahresmitteltemperatur in den vergangenen 30 Jahren im Vergleich zum Zeitraum 1961 bis 1990 um 0,6 Grad gestiegen. Die Zahl der Sommertage (> 25°C) hat um 17 Prozent zugenommen; gleichzeitig nahm die Zahl der Frosttage (< 0°C) um 3 Prozent ab. Zum anderen liegen nun erstmals Aussagen zur Auftrittswahrscheinlichkeit und zur Intensität von Starkregen in Sachsen vor. Danach haben Starkregen im besagten Zeitraum um 8 Prozent zugenommen, ihre Intensität (mm/Ereignis) hat sich um 10 Prozent erhöht. (Sz)
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