Verarbeitetes Fleisch

Widerstand gegen Herkunftsangaben


Eine umfassende Herkunftskennzeichnung für Fleisch in verarbeiteten Produkten in der EU führe den Verbraucherschutz „ad absurdum“. Zu diesem Fazit gelangen die agrarpolitische Sprecherin der CSU-Landesgruppe, Marlene Mortler, und der für das Thema zuständige Berichterstatter der CDU/CSU-Fraktion Alois Rainer, in einer Stellungnahme von heute. So müsse der Verbraucher die Mehrkosten für eine entsprechende Kennzeichnung tragen, ohne dass diese einen qualitativen Mehrwert brächte. Außerdem sehen die konservativen Politiker den Gedanken des europäischen Binnenmarktes gefährdet.

Mangelnde Aussagekraft

„Die Angabe, ob das Hackfleischklößchen in der Tiefkühlsuppe aus Österreich oder Italien stammt, sagt nichts über die Qualität des Fleisches, über Haltungsbedingungen und angesichts der Struktur unserer Lebensmittelwirtschaft noch nicht einmal etwas über Transportwege aus“, heißt es in der Stellungnahme. Es ginge den Befürwortern der Kennzeichnung „um nichts anderes als die Abschottung nationaler Märkte“. Außerdem würden die Kosten der Kennzeichnung an anderer Stelle fehlen: Das Geld könne dann nicht mehr in „sinnvolle Investitionen“, etwa für tiergerechtere Ställe, fließen.

Für frisches und gefrorenes Fleisch gilt bereits eine Herkunftskennzeichnung. Das Europaparlament hatte in der vergangenen Woche in Straßburg eine Resolution abgestimmt, nach der die Kennzeichnungspflicht zukünftig auch auf Verarbeitungsprodukte ausgedehnt werden soll. Für den Verbraucher soll das EU-Mitgliedsland, in dem das Tier aufwuchs und geschlachtet wurde, nachvollziehbar werden.

In einem Bericht warnt die EU-Kommission vor den Kosten einer solchen Kennzeichnungspflicht. Unternehmen müssten für jede neue Produktcharge neue Verpackungen oder Etiketten erstellen. Die Unionspolitiker sprechen in ihrer Stellungnahme von „30 % höheren Bürokratiekosten“.(pio)
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