Anbauzulassung

Wieder keine Entscheidung zu GV-Mais

Im zuständigen Berufungsausschuss zur Wiederzulassung der gentechnisch veränderten (GV-)Maislinie MON810 von Monsanto sowie zur Erstzulassung der Maislinien 1507 von Dow-Pioneer und Bt11 von Syngenta konnten sich die EU-Mitgliedstaaten nicht mit qualifizierter Mehrheit dafür oder dagegen aussprechen. Es kam keine qualifizierte Mehrheit zusammen. Deutschland enthielt sich. Die alleinige Entscheidung liegt nun bei der EU-Kommission.

Die Haltung von Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt ist vielfach kritisiert worden. Der Vorsitzende des Bundes Ökologische Lebensmittelwirtschaft (BÖLW), Felix Prinz zu Löwenstein, führte den Kritikpunkt der möglichen Kontamination an. Insbesondere die Produzenten, die Gentechnik gar nicht einsetzten, hätten derzeit das Nachsehen. Jeder Anbau von Gentechnikpflanzen irgendwo in Europa erhöhe die Gefahr von Kontaminationen. Das bedeute hohe wirtschaftliche Risiken für gentechnikfrei wirtschaftende Bauern und Lebensmittelproduzenten, so Löwenstein.

Bereits Ende Januar dieses Jahres hatte die Abstimmung im Ständigen Ausschuss für Pflanzen, Tiere, Lebens- und Futtermittel (SCoPAFF) zu keinem klaren Ergebnis geführt. Auch hier hatte Deutschland sich enthalten. (mrs)
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