Risikobewertung

Wirkstoffe gemeinsam betrachten

Werden in Lebensmitteln Rückstände mehrerer Pflanzenschutzmittel gefunden, sorgt das in der Öffentlichkeit immer wieder für hitzige Debatten. Denn auch wenn keine für die einzelne Substanz geltende Grenzwerte überschritten werden, würden diese „Pestizid-Cocktails“ erhöhte Risiken bergen, kritisieren Verbraucherschützer.

Das kumulative akute Risiko durch Mehrfachrückstände für Verbraucher und Anwender soll in Zukunft besser bewertet werden. Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) hatte bereits 2014 ein entsprechendes Bewertungskonzept entwickelt und vorgestellt, anschließend erprobt und in vielen Fachgremien europaweit diskutiert. Dieses Konzept soll nun im europäischen Rahmen angewendet werden, teilt das BfR mit.

Der Einsatz von sogenannten Breitbandwirkstoffen hat in den letzten Jahren deutlich ab- und der von gezielt wirkenden Pflanzenschutzmitteln zugenommen. Dieser Trend hat zur Folge, dass je nach Befallsituation viele unterschiedliche Pflanzenschutzmittel angewendet werden, von denen Rückstände im Erntegut verbleiben können. Im Rahmen von Wirkstoffprüfungen und Zulassungsverfahren soll diese kumulative Wirkung berücksichtigt werden. Dabei werden die in einem Pflanzenschutzmittel oder in einer beantragten Tankmischung enthaltenen Wirkstoffe gemeinsam betrachtet. (SB)
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