Gut die Hälfte der Unternehmen in Deutschland beurteilen das Management der Energiewende hierzulande mit den Noten fünf und sechs. Darauf weist am Montag der Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) in Berlin hin, in dessen Auftrag das Institut der deutschen Wirtschaft, Köln, 734 Unternehmer aus Industrie sowie industrienahen Dienstleistungen befragt hat.

Weitere 45 Prozent der Unternehmer vergeben laut der Studie ein „befriedigend" oder „ausreichend". Lediglich 3,4 Prozent halten das Management der Bundesregierung bei der Umsetzung der Energiewende für „sehr gut" oder „gut". BDI-Präsident Ulrich Grillo sieht sogar das Projekt Energiewende „durch das dürftige Management" gefährdet.

Europäische Harmonisierung bei der Förderung Erneuerbarer

Der BDI fordert als Konsequenz eine europaweite Harmonisierung der Förderung erneuerbarer Energien. Laut Grillo müsse die kommende Regierung dafür sorgen, dass die Energiewende ein Exportschlager wird.

Skeptisch bewerten auch die Verbraucher in Deutschland das Handling der Energiewende, zwei Jahre nach dem die schwarz-gelbe Koalition den Atomausstieg besiegelt hat. Laut einer ebenfalls heute in Berlin veröffentlichten Studie des Meinungsforschungsinstituts Forsa für den Verbraucherzentrale Bundesverbandes (vzbv) halten 48 Prozent der befragten Verbraucher die Umsetzung der Energiewende für „nicht richtig" wohingegen 40 Prozent zufrieden sind. „Die Politik sollte sich rückbesinnen, dass die Energiewende ein Gemeinschaftsprojekt ist", sagte vzbv-Vorstand Gerd Billen in Berlin.

Verbraucherschützer kritisieren Ausnahmen für energieintensive Industrie

Der Verbraucherverband fordert als Konsequenz die Kosten für die Energiewende auf mehr Schultern zu verteilen und die Ausnahmen für die energieintensive Industrie bei der Umlage aus dem Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) abzuschaffen. Außerdem plädieren die Verbraucherschützer für einen eher dezentral ausgerichteten Ausbau der Erneuerbaren Energien mit vielen kleinen und mittleren Anlagen im Land verteilt. Außerdem müsse der stetig sinkende Börsenstrompreis an die Verbraucher weitergegeben werden. Die EEG-Vergütungssätze sollten nach Ansicht des vzbv in Zukunft nicht politisch, sondern wie die Netzentgelte von einer Behörde festgelegt werden. (sta)

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