Nitratbericht

Wirtschaftsdünger in der Kritik

Das Grundwasser hat sich in weiten Teilen Nordrhein-Westfalens in den vergangenen Jahren deutlich verschlechtert. Dieses Fazit zieht Agrarminister Johannes Remmel (Bündnis 90/Die Grünen) bei der Vorlage des Nährstoffberichtes Nordrhein-Westfalen. Insgesamt wurden in NRW etwa 140.000 t N durch Gülle oder Festmist auf die Felder aufgebracht. Hinzu kommen Importe und Gärreste und Klärschlamm in Höhe von insgesamt rund 30.000 t sowie etwa 205.000 t N Mineraldüngern. In den Bericht flossen erstmals auch die Erhebungen der Wirtschaftsdünger-Datenbank ein. Damit konnte die in der Gülle enthaltenen Nährstoffe ermittelt werden, die in jedem Kreis auf die Flächen ausgebracht wird. Parallel dazu wurde auch ein NRW-Nitratbericht erstellt, der die Belastung des Grundwassers von verschiedenen Messstellen dokumentiert. Teilweise gibt es Regionen im Norden und Westen des Landes, wo die Nitratkonzentration oberhalb des Grenzwertes von 50 mg/Liter Grundwasser liegen aber auch Gebiete in denen fallende Nitratwerte gemessen wurde. 

Bauernverbände protestieren

Ein Grund für die hohe Belastung sei ein zu großer Eintrag von Nährstoffen auf landwirtschaftlichen Flächen, erklärte Remmel, insbesondere durch erhebliche Mengen von Gülle aus Schweine-, Rinder- oder Hühnerhaltung und Gärresten aus Biogasanlagen. Remmel hält es für erstrebenswert, dass auf einem landwirtschaftlichen Betrieb nicht mehr Gülle anfällt, als auf eigenen Flächen ausgebracht werden kann. Sein Hauptziel werde sein, in Zukunft wieder eine stärkere Flächenbindung in der Tierhaltung zu erreichen. Damit einher gehe auch eine Strukturanpassung. Dagegen haben sich bereits die beiden Landwirtschaftsverbände Rheinland und Westfalen-Lippe ausgesprochen.

Zudem hat das Umweltministerium angekündigt, die Biomasse-Strategie anzupassen und stärker an Gesichtspunkten der Nachhaltigkeit auszurichten. (da)
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