Pflanzenschutz

Wissenschaftlicher Beirat startet


Der Wissenschaftliche Beirat zum Nationalen Aktionsplan Pflanzenschutz (NAP) ist heute in Berlin zu seiner konstituierenden Sitzung zusammengekommen. Das Gremium zählt 17 Mitglieder aus den Bereichen Agrarökonomie, Integrierter Pflanzenschutz, Ökologischer Landbau, Gewässerschutz, Trinkwasser, Biodiversität und Naturschutz, Umwelttoxikologie sowie Arbeits- und Anwenderschutz. Der Beirat soll die Bundesregierung bei der weiteren Umsetzung des NAP unabhängig beraten.

„Wir müssen gemeinsam daran arbeiten, die Verfahren weiter zu verbessern, Risiken für Mensch, Tier und Naturhaushalt zu mindern, aber auch den Landwirten, Gärtnern und Förstern den Einsatz effektiver Schutzmittel ermöglichen“, sagte Bundesagrarminister Christian Schmidt (CSU) anlässlich der konstituierenden Sitzung des Beirats. Der Minister stellte dabei klar, dass für ihn der praktische Nutzen von Forschungsergebnissen im Vordergrund stehe: „Ein Forschungsergebnis ist für mich erst dann erfolgreich, wenn es auch in der Praxis zu Veränderungen und Verbesserungen führt“, so Schmidt weiter.

Mit dem NAP folgt die Bundesregierung einer EU-rechtlichen Vorgabe. Alle Mitgliedstaaten haben solche Aktionspläne vor dem Hintergrund der Bedingungen in ihrem Land erstellt. Der deutsche Aktionsplan hat sich zum Ziel gesetzt, Risiken, die durch die Anwendung von Pflanzenschutzmitteln für Mensch, Tier und Umwelt entstehen können, zu reduzieren. Ein Ziel ist, die Risiken für den Naturhaushalt durch ein „umfangreiches Maßnahmenpaket“ bis zum Jahr 2023 um weitere 30 Prozent zu verringern. Allgemein geht es darum, unter anderem durch die Einführung von neuen Technologien, Kulturpflanzen- oder sektorspezifische Leitlinien des integrierten Pflanzenschutzes oder durch Weiterbildung der Anwender die Risiken durch den Einsatz von Pflanzenschutzmitteln weiter zu begrenzen. Der Aktionsplan widmet beispielsweise der chemischen Konservierung von Nachernteprodukten ein eigenes Kapitel.

Der Wissenschaftliche Beirat soll die Bundesregierung beraten, wie man das Instrument des Nationalen Aktionsplans nutzen kann, um nachhaltige Verbesserungen bei der Risikominimierung zu erzielen. (pio)
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