Niedersachsen

Wolf greift in den Wahlkampf ein

Kurz vor der niedersächsischen Landtagswahl am 15. Oktober hat sich die rot-grüne Landesregierung mit dem Bund auf ein gemeinsames Vorgehen beim Thema Wolf geeinigt. Die noch amtierende Bundesumweltministerin Barbara Hendricks (SPD) und Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) haben ein gemeinsames Papier veröffentlicht, das in letzter Konzequenz als Einzelmaßnahme vorsieht, ein  komplettes Wolfsrudel zu entfernen.

Eine Rudel-Entnahme könne erfolgen, „wenn die gemeinschaftlich jagenden Individuen gelernt haben, sämtliche der empfohlenen und zumutbaren Schutzmaßnahmen zu überwinden, soweit die übrigen Ausnahmevoraussetzungen erfüllt sind“. So heißt es in der Erklärung: „Weidetierhaltern in Wolfsgebieten helfen – Jagdrecht ist keine Lösung." Danach betonen Weil und Hendricks übereinstimmend, dass die Sicherheit des Menschen oberste Priorität habe. Wörtlich heißt es in dem Papier: „Wölfe, die sich Menschen gegenüber auffäl­lig verhalten, sind zu beobachten und gegebenenfalls zu töten".

In Niedersachsen kommt der Wahlkampf in die heiße Phase. Deshalb hat sich nun die SPD zu einem Wolfsmangement bekannt, das auch die Tötung von Tieren vorsieht. Zerstritten zeigten sich dagegen die Agrarminister von Bund und Länder, die heute in Lüneburg ein einheitliches Wolfmanagement diskutierten. Ausgerechnet ein Vertreter aus Berlin will davon nichts wissen.

In Niedersachsen fordern die Oppositionsparteien von CDU und FDP,  Wölfe in das Jagdrecht aufzunehmen. Das wollen jedoch vor allem die grünen Agrarminister in den Ländern vermeiden.  CDU-Spitzenkandidat Bernd Althusmann bekräftigte vor Kurzem, dass der Wolf eine geschützte Tierart bleiben solle, aber dennoch wolle er ihn in das Jagdrecht des Landes aufnehmen. (da)
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