Umweltministerkonferenz

Wolfsmanagement ist ungenügend

Die UMK hat eine Arbeitsgruppe installiert, die den Umgang mit Problemwölfen, Fragen zum Management sowie der Schadensregulierung klären soll. Zuvor hatte der Deutsche Bauernverband (DBV) eine Erklärung der Weidetierhalter an die Minister und Ministerinnen übergeben.
Grundwasserschutz in der Diskussion
Auch der Grundwasserschutz beschäftigte die UMK. Es ging um Schwellenwerte für nicht relevante Metaboliten (nrM). Pflanzenschutzrechtlich nicht relevante Metaboliten (Abbauprodukte) werden von der EU für die Zulassung als nicht relevant bewertet, können aber für die menschliche Gesundheit und die Umwelt dennoch relevant sein, sagte Agrar- und Umweltminister des Landes Mecklenburg-Vorpommern Till Backhaus (SPD). Die Grundwasserverordnung um einen Schwellenwert für die nicht relevanten Metaboliten oder Abbauprodukte (nrM) zu erweitern, lehnte die UMK heute ab. Die UMK will sich bemühen, den Einsatz von Pflanzenschutzmittel zum Schutz des Grundwassers zu reduzieren. (da)
Die Landwirte fordern, dass sich die Umweltminister von Bund und Ländern der flächendeckenden Ausbreitung des Wolfes in Deutschland "endlich ernsthafter widmen und Entscheidungen treffen" müssen.

Weidehaltung muss geschützt werden

Wenn die Weidehaltung von Schafen, Ziegen, Rindern, Pferden und Gehegewild nicht wirksamer geschützt werde, sei das Ende dieser Haltungsform von Nutztieren eingeleitet. Die Erklärung der sechs Verbände mit Weidetierhaltern wurde vor Beginn der Ministerratssitzung dem Staatssekretär des Bundesumweltministeriums, Jochen Flasbarth, und den Umweltministern aus Mecklenburg-Vorpommern und Brandenburg, Till Backhaus und Jörg Vogelsänger, übergeben.
Am Vorabend hatten die Bauern in der Nähe der Tagungsstätte der Minister eine Mahnwache mit Mahnfeuer durchgeführt.

Die Weidetierhalter fordern volle Transparenz über die Zahl der Wölfe in Deutschland und ein wirksames Wolfsmanagement. Weite Teile Deutschlands wie die Berg- und Küstenregionen und die Grünland- und Naturschutzgebiete könnten nicht wolfssicher eingezäunt werden.
TA-Luft kurz vor Verabschiedung
Die novellierte Verordnung zur TA-Luft (Technische Anleitung zur Reinhaltung der Luft) soll noch vor der Sommerpause verabschiedet werden. Die UMK appelliert an den Bund, in der TA-Luft auch Eckwerte für die Durchführung von FFH-Verträglichkeitsprüfungen zu verankern, um eine einheitliche Umsetzung des BImSchG in der TA-Luft zu gewährleisten. (da)

Als ein Beispiel wurde eine Grünlandregion ohne Berge wie der Landkreis Cuxhaven genannt, dessen Einzäunung bei einem Radius von 50 Kilometern 180.000 Hektar bedeuten und fast 270 Millionen Euro kosten würde.

Naturschutzforderungen "nicht akzeptabel"

Forderungen von Seiten des Naturschutzes, nach denen sich die Tierhaltung auf der Weide den neuen Gegebenheiten anzupassen hätten, wiesen die Unterzeichner der Erklärung als „nicht akzeptabel“ zurück. Die Wiederansiedlung des Wolfes dürfe nicht uneingeschränkt und um jeden Preis vorangetrieben werden. (da)
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