Jagdrecht

Wolfsrudel tötet im Blutrausch

Unter den Weidetierhaltern in Niedersachsen sorgt ein erneuter Vorfall mit einem Wolfsrudel für Aufregung. In der Lüneburer Heide tötete am Freitagmorgen ein Rudel 20 Tiere einer Damwildhaltung. Einige Tiere wurden von den Wölfen gefressen, die meisten aber nur gerissen. Der betroffene Halter sprach gegenüber der Lokalpresse von einem „Blutrausch“, in dem die Raubtiere getötet hätten. Sorge bereite zudem, dass die Wölfe das Damwild nur wenige Meter von Wohnhäusern entfernt angriffen. 

Weidetierhaltung bedroht

Angesichts des jüngsten Ereignisses fordert der Landesverband der Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft (AbL) vom niedersächsischen Umweltminister Stefan Wenzel (Grüne) eine „der Situation angemessene und tabufreie Diskussion über wirklich wirksame Schritte zum Schutz der bedrohten Weidetierhaltung“. Offenbar lernten nutztier-spezialisierte Wolfsrudel, die Schutzzäune zu überwinden. Es sei „total unrealistisch, die Flächen ganzer Weidetierhaltungs-Betriebe und sogar ganzer Regionen mit Zäunen einzugrenzen. Das ist unbezahlbar“, erklärte der AbL-Landesvorsitzende Ottmar Ilchmann. Es führe kein Weg an einer tabufreie Debatte vorbei, wie die Weidetierhaltung nicht nur mit Zäunen, sondern vor allem durch eine sachgerechte Gestaltung des Jagdrechts aufrechterhalten werden könne. (SB)
stats