Geflügelgrippe

Wunsch nach ganzjährigem Monitoring

Der aktuelle Seuchenzug in den Geflügelbeständen in Deutschland wird hoffentlich bald an sein Ende kommen, so der Präsident des Zentralverbandes der Deutschen Geflügelwirtschaft (ZDG), Friedrich-Otto Ripke. Derzeit gebe es in Putenbeständen immer noch Infektionen, vorwiegend im Weser-Ems Gebiet, bestätigte er gegenüber agrarzeitung.de. Auch Wind komme als Eintragsursache in Betracht. Daher hat das Friedrich-Löffler Institut als Referenzeinrichtung des Bundes entsprechende Untersuchungen durchgeführt. Ergebnisse lägen aber derzeit noch nicht vor. Sollte jedoch diese Annahme begründet sein, so würden sich mit Blick auf die Haltungsverfahren in der Putenmast neue Fragen stellen, führte Ripke aus. Als Beispiele dafür nannte er die Offenställe oder auch die Strohlagerung außerhalb der Stalleinrichtungen.

Da die Verbreitung der Geflügelgrippe eindeutig von den großen Wasserflächen im Norden sowie dem Bodensee im Süden ausgegangen sei, müsse geprüft werden, zumindest in diesen Regionen ein ganzjähriges Monitoring der Wildvogelpopulationen einzuführen. Denn dort gebe es Wildvogelarten, die sehr wohl als Überträger der Geflügelgrippe auftreten, ohne jedoch Symptome der Krankheit zu zeigen. Ein Nachweis der Erreger könne an verendeten Tieren, beispielsweise Stockenten, vorgenommen werden. Derartige Maßnahmen bedürften jedoch einer umfassenden Koordination zwischen Bund und Ländern, so der ZDG-Präsident. (jst)
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