Bisher deutet nichts darauf hin, dass die Klimaverhandlungen in Paris Anfang Dezember zu einem verbindlichen Abschluss führen werden, mit dem die langfristige Klimaerwärmung unter der 2°C-Schwelle gehalten werden kann. Dazu sind die angebotenen Einsparungen an Klima schädlichen Gasen, die wichtige Länder eingereicht haben, zu gering. Zwei unterschiedliche, internationale Wissenschaftlergruppierungen haben jetzt hochgerechnet und kommen zu alarmierenden Ergebnissen.

Der Climate Action Tracker (CAT), an dem sich das Potsdam Institut für Klimafolgenforschung beteiligt, hat errechnet, dass bis zum Jahr 2100 die mittlere Klimatemperatur im 2,7 °C höher liegen wird als in der vorindustriellen Zeit. Immerhin werde die Temperatur mit 66prozentiger Wahrscheinlichkeit nicht um mehr als 3 °C ansteigen.

Die Initiative Climate Interactive ist pessimistischer: Mit den bislang vorgeschlagenen Einsparungen an Klimagasen werde sich die Erdtemperatur um 3,5 °C bis zum Jahr 2100 erwärmen. Die Unterschiede der Prognosen erklärt CAT mit unterschiedlichen Annahmen der beiden Gruppierungen darüber, welche Einsparungen an Klimagasen nach 2030 noch getätigt werden.

Aus Sicht des Potsdam-Instituts ist damit in jedem Fall ein vollständiges Schmelzen des Polareises verbunden. Damit verbunden wäre ein Anstieg des Meeresspiegels um 50m. Zudem werde eine große landwirtschaftlich nicht mehr nutzbare Fläche in der Nähe des Äquators entstehen. Aber auch für die Landwirtschaft in den gemäßigten Breiten bedeutet der Klimawandel eine enorme Herausforderung. Welche Beitrag die Pflanzenzüchtung für die Anpassung der europäischen Landwirtschaft leisten kann ist Thema des Saatgutkongress bei der Agritechnica. (brs)
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