Eurasien

Zollunion einen Schritt weiter


Das Abkommen zur Gründung der Eurasischen Wirtschaftsunion ist im Mai 2014 in der kasachischen Hauptstadt Astana unterzeichnet worden. Sie ist zum Jahreswechsel 2014/15 formell in Kraft getreten. Die Wirtschaftsunion ist Fortsetzung der Zollunion zwischen Russland, Weißrussland und Kasachstan, die 2007 vereinbart worden ist und seither Schritt für Schritt umgesetzt wird. Künftig sollen auch Grenzkontrollen entfallen, und eine gemeinsame Währung nach Vorbild des Euro ist ebenfalls geplant. In den Staatenbund sollen künftig auch Armenien und Kirgistan aufgenommen werden.

Kennzahlen 2013
 
Mio.
EW*
Kaufkraft/
EW, US-$**
Russland
142
18.100
Kasachstan
20
14.100
Weißrussland
10
16.100
zum Vergleich
Deutschland
81
39.500

*Einwohner, **Kaufkraftparitäten
Quelle: World Fact Book
So viel zur Theorie. Politisch hat es 2014 bereits in der Zollunion geknirscht, nachdem die Regierung in Moskau das russische Embargo gegenüber Agrarimporten aus dem Westen verhängt hatte. Damit wuchsen in Russland Befürchtungen, dass besonders EU-Agrarerzeugnisse ohne entsprechende Deklaration über Weißrussland nach Russland gelangen könnten.

Im gesamten Dreierverbund dominiert Russland. Das gilt sowohl hinsichtlich der Größe und Einwohnerzahl als auch der Wirtschaftskraft (siehe Übersicht). Das Verhältnis zwischen Russland und den beiden kleineren Staaten ist jedoch völlig unterschiedlich konstruiert. Weißrussland ist vollständig von russischen Energieimporten abhängig. Kasachstan dagegen gehört zu den rohstoffreichsten Ländern der Erde mit eigenen umfangreichen Energievorkommen. Unter den globalen Getreideexportländern spielen nur Russland und Kasachstan eine Rolle. Weißrussland ist mit Getreide Selbstversorger. (db)
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