Niedersachsen untersucht Kreislauf des Wirtschaftsdüngers
-- , Foto: Uschi Dreiucker / Pixelio
Niedersachsen untersucht Kreislauf des Wirtschaftsdüngers

Im Auftrag des Landwirtschaftsministeriums hat die Landwirtschaftskammer einen „Nährstoffbericht 2012/2013“ erarbeitet. Er dokumentiert, wo wieviel Wirtschaftsdünger und Gärreste erzeugt und ausgebracht werden. Grundlage des Berichtes sind elektronische Meldedaten der landwirtschaftlichen Betriebe.

Grundwasser schützen

„Die Zahlen verdeutlichen, in welchen Regionen möglicherweise zu viel Dünger auf Feld und Wiese landet. Das ist zugleich ein Auftrag, gegenzusteuern“, interpretiert Niedersachsens Landwirtschaftsminister Christian Meyer die Aussagen des Nährstoffberichtes. Insgesamt seien rund 60 Prozent des Grundwassers in Niedersachsen durch zu hohe Nitratwerte belastet.

Der Untersuchung zufolge fallen in der Tierhaltung in dem Bundesland rund 39 Mio. t Gülle und etwa 9 Mio. t Festmist an. Davon werden rund 6 Mio. t zur energetischen Nutzung in Biogasanlagen eingesetzt. In Niedersachsen wurden rund 15 Mio. t Wirtschaftsdünger und Gärreste an andere Betriebe im eigenen Umfeld oder in andere Regionen und Bundesländer zur Düngung von Acker- und Grünlandflächen abgegeben.

Stickstoffüberschuss in der Region

Die anfallenden Nährstoffmengen aus Wirtschaftsdüngern und Gärresten betragen im Durchschnitt landesweit 119 kg organischem Stickstoff und 60 kg Phosphat pro Hektar landwirtschaftlicher Fläche. Aufgrund der noch nicht berücksichtigten Menge von mineralischem Stickstoff, der zusätzlich eingesetzt wird, ergäbe sich landesweit ein Stickstoffüberschuss, so der Bericht. Dieser Überschuss bedeute in einigen Regionen eine Belastung für das Grundwasser.

Die Landesregierung will daher weiterführende ordnungsrechtliche Maßnahmen wie ein Düngekataster ergreifen. Gleichzeitig müsse die Düngeberatung intensiviert werden, hieß es am Mittwoch. Notwendig seien überdies innovative Lösungen für die technische Aufbereitung und den Transport von Wirtschaftsdüngern.

Nach den Zahlen in dem Bericht müsste die Region Weser–Ems um rund 65.000 ha größer sein, damit der dort anfallende Wirtschaftsdünger umweltverträglich in den Boden gebracht werden könnte. „Diese Zahlen sprechen eine deutliche Sprache“, zieht Meyer daraus seinen Schluß: „Niedersachsen hat im Westen deutlich zu hohe und nicht flächenangepasste Tierbestände.“ (hed)
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