Der FAO-Lebensmittelpreisindex ist im Juni um durchschnittlich 1,5 Punkte oder 0,9 Prozent auf 165,1 Punkte gegenüber dem Vormonat gesunken. Im Vergleich zum Juni 2014 beträgt der Rückgang fast 44 Punkte oder 21 Prozent. Besonders ausgeprägt waren die Preisabnahmen bei Zucker und Milchprodukten, während sich die Notierungen für Getreide und Pflanzenöle etwas gefestigt und für Fleisch im Durchschnitt stabilisiert haben. Mit Ausnahme im Oktober 2014 ist der von der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO) veröffentlichte Lebensmittelpreisindex seit April 2014 zurückgegangen. Die Berechnung basiert auf monatlichen Preisänderungen eines Korbes international gehandelter Agrarrohstoffe.

Hohe Zuckerproduktion in Indien und Brasilien

Für Zucker wurde im Juni ein Preisrückgang um durchschnittlich 6,6 Prozent verzeichnet. Der FAO-Index in dieser Kategorie sank um 12,4 Punkte auf 176,8 Punkte gegenüber dem Vormonat. Beflügelt wurde die Abnahme von Berichten über eine höhere als bisher erwartete Zuckerproduktion in Indien, dem weltweit größten Verbraucher von Zucker, und Thailand. Auch der über den Erwartungen liegende Output in Brasilien, dem weltweit größten Produzenten und Exporteur, unter überwiegend guten Erntebedingungen im Juni haben die Preisentwicklung nach unten forciert. Hinweise auf ein mögliches globales Produktionsdefizit in der Saison 2015/16 konnten der FAO zufolge den Druck auf die Zuckernotierungen nicht vermindern.

Rückläufige Preise für Milchpulver, Butter und Käse

Der FAO-Preisindex für Milchprodukte lag im Juni mit 160,5 Punkten im Durchschnitt 6,9 Punkte beziehungsweise 4,1 Prozent unter dem Niveau vom Mai. Besonders Milchpulver war von der Preisschwäche betroffen, aber auch Butter und Käse notierten rückläufig. Die weltweiten Fleischpreise haben sich seit März 2014 kaum verändert. Für den FAO-Getreidepreisindex wurde im Juni der erste monatliche Anstieg seit Dezember 2014, und zwar im Mittel um 2,5 Punkte oder 1,5 Prozent auf 163,2 Punkte, registriert. Die weltweiten Preise für Pflanzenöle erhöhten sich im Juni um durchschnittlich 1,3 Prozent gegenüber dem Vormonat. (az)
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