Preisverfall

Zuckerwirtschaft sucht Wege


Das Wirtschaftsjahr 2014/15 geht als Rekordjahr in die Annalen der deutschen Zuckerwirtschaft ein. Wie die Wirtschaftliche Vereinigung Zucker (WVZ) in Bonn mitteilt, weist der Kampagne-Schlussbericht eine Zuckererzeugung von 4,49 Mio. t aus, ein Anstieg um 31 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Der Zuckertrag erreichte 13,3 t/ha. Die Rübenanlieferung stieg der WVZ zufolge um knapp 36 Prozent auf 28,9 Mio. t, während der Zuckergehalt der Rüben mit 17,33 Prozent zuletzt nur unwesentlich unter dem Vorjahreswert lag.

Allerdings werde die Freude über die Zuckererzeugung durch die schwierige Lage am Zuckermarkt getrübt. Angesichts der „dramatischen Situation" werde große Hoffnung in die vor wenigen Wochen vom EU-Agrarministerrat initiierte Expertengruppe gesetzt. Sie soll vor dem Hintergrund der 2017 auslaufenden Quotenregelung Vorschläge erarbeiten, mit denen der aktuellen Entwicklung entgegengewirkt werden kann.

„Leider ist das Ergebnis der ersten Sitzung absolut enttäuschend. Die Kommission hat alle kon-struktiven Vorschläge der Mitgliedstaaten zurückgewiesen und sich auf die Präsentation bekannter Statistiken beschränkt. Dies ist nicht akzeptabel", so Dr. Hans-Jörg Gebhard, Vorsitzender der WVZ. Die EU-Mitgliedstaaten hätten gegenüber der EU-Kommission deutlich gemacht, dass es kurzfristig realisierbare Maßnahmen zur Unterstützung der Zuckerwirtschaft gibt. Dazu gehöre auch die Beihilfe zur privaten Lagerhaltung. Außerdem müsse eine Ausweitung der Exportmöglichkeiten konstruktiv diskutiert werden.

Die aktuelle Entwicklung stelle für den Sektor „die größte Herausforderung der letzten Jahrzehnte" dar. Es sei deshalb nicht hinnehmbar, dass die EU der Zuckerwirtschaft eine weltweit einmalige Liberalisierung des Marktes abverlangt, ihr aber in der derzeit schwierigen Lage jegliche Unterstützung verweigert, so der WVZ-Vorsitzende. (Sz)
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