Pflanzenzüchtung ist aufwendig. Zusätzliche Dokumentation würde die Arbeit weiter erschweren.
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Pflanzenzüchtung ist aufwendig. Zusätzliche Dokumentation würde die Arbeit weiter erschweren.

Eigentlich soll das internationale Nagoya-Protokoll die genetische Vielfalt weltweit stärken. Zugleich soll es für einen fairen Vorteilsausgleich für jene Länder sorgen, aus denen genetische Ressourcen stammen. Diese Ziele werden mit der EU-Verordnung völlig verfehlt, kritisieren 17 deutsche Unternehmen, die Getreide-, Gemüse- und Zierpflanzensorten züchten. Darum ziehen sie mit einer Nichtigkeitsklage vor das Europäische Gericht.

Die Pflanzenzüchter, die das Recht auf geistiges Eigentum hoch schätzen, akzeptieren die Zielsetzung des Nagoya-Protokolls durchaus, dass ein Vorteilsausgleich aus der Nutzung von genetischen Ressourcen erfolgen muss. Die EU-Verordnung sei allerdings nicht praktikabel, da sie den Züchtervorbehalt faktisch aushebeln werde.

Beteiligte Unternehmen
 

Ackermann Saatzucht GmbH & Co KG

Böhm Nordkartoffel Agrarproduktion GmbH & Co KG

Deutsche Saatveredelung AG

Ernst Benary Saatzucht GmbH

Freiherr von Moreau Saatzucht GmbH

Gartenbau J.+H. Westhoff GbR

HYBRO Saatzucht GmbH & Co KG

Klemm + Sohn GmbH & Co KG

KWS Saat AG

Norddeutsche Pflanzenzucht Hans-Georg Lembke KG

Nordsaat Saatzuchtgesellschaft mbH Saatzucht Langenstein

P.H. Petersen Saatzucht Lundsgaard GmbH

PZO - Pflanzenzucht Oberlimpurg Dr. Peter Franck

Saatzucht Streng-Engelen GmbH & Co KG

SaKa Pflanzenzucht GmbH & Co KG

Strube Research GmbH & Co KG

W. von Borries-Eckendorf GmbH & Co KG


Quelle: BDP

Der Züchtervorbehalt ermöglicht jedem, vorhandene Sorten für weitere Züchtungsarbeit zu nutzen. Künftig werde dann eine sehr aufwendige, genaue Dokumentation des Züchtungsstammbaums notwendig, kritisiert Stephanie Franck, Vorsitzende des Bundesverband Deutscher Pflanzenzüchter (BDP). Die Weizensorte Veery, die aus der internationalen Genbank Cimmyt stammt, ist ein Ergebnis von 3.170 Kreuzungen unter Einbeziehung von 51 Elternsorten aus 26 unterschiedlichen Ländern.

Gerade kleine und mittelständische Pflanzenzüchtungsunternehmen werden mit der Dokumentation überfordert. Sie würden ihre Arbeit einschränken müssen und damit werde weit weniger genetische Biodiversität für die Landwirtschaft erzeugt. (brs)
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