Pflanzenschutzmittel

Zulassung muss wissensbasiert sein

Zu häufig nutze die EU-Kommission ihren Spielraum bei der Zulassung von Pflanzenschutzmitteln zum Nachteil der Landwirtschaft, so eine Position Rukwieds im Gespräch mit dem Kabinettschef von EU-KGesundheitskommissar Vytenis Andriukaitis, heißt es in einer Mitteilung des DBV. Beispielsweise gebe es keinen wissenschaftlichen Grund, den Wirkstoff Glypohsat nur für einen Zeitraum von zehn Jahren statt der ursprünglich vorgesehenen 15 Jahre zuzulassen, habe Rukwied kritisiert. Die Zulassung von Pflanzenschutzmitteln dürfe auch nicht zu agrarpolitischen Zwecken missbraucht werden.

Rukwied habe auch  die enormen Verzögerungen bei Entscheidungen über die Zulassung von Pflanzenschutzmitteln zur Sprache gebracht. Dadurch werde nicht nur die Produktivität im Ackerbau gefährdet, sondern auch die Glaubwürdigkeit der Zulassungsverfahren. Darunter leide auch die Glaubwürdigkeit der EU-Sicherheitsbewertung sowie jene der EU-Behörden. "Die EU hat das strikteste Zulassungsverfahren weltweit" habe Rukwied betont. Dies müsse auch die EU-Kommission offensiver kommunizieren, forderte er.

Die Zulassungsordnung müsse nach Meinung von Rukwied mittelfristig reformiert werden, um die Zulassung durch die Mitgliedstaaten besser zu harmonisieren. Es können nicht sein, dass trotz der vorgesehenen zonalen Zulassung jeder Mitgliedsstaat eine eigene Prüfung mit anderen Kritierien durchführe, so der DBV-Präsident. (jst)
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