Pflanzenschutzmittel

Zulassung von 75 Wirkstoffen in Gefahr

Wie das Nachrichtenportal aiz.info berichtet, stehen im Fall der Fälle 75 der insgesamt 400 Wirkstoffe zur Disposition. Die Studie wurde Auftrag der European Crop Protection Association (ECPA) erstellt und in Wien präsentiert.

"Die 75 Wirkstoffe tragen in Europa bei den sieben untersuchten Hauptkulturen zu einem Gesamtertrag von 96 Mio. t beziehungsweise 15 Mrd. € bei. Gehen diese verloren, ist bei Gerste, Weizen, Raps, Mais und Trauben ein Ernteverlust von bis zu 20 Prozent zu erwarten, bei Kartoffeln und Zuckerrübe sogar bis zu 40 Prozent", erläuterte Studienautorin Hedda Eggeling von Steward Redqueen, einer Unternehmensberatung in den Niederladen. "Bei den 24 Sonderkulturen variiert der Mehrertrag durch die Wirkstoffe pro ha zwischen 40 und 100 Prozent, das entspricht einem Gesamtvolumen von 12 Mio. t."

Untersucht wurden neun EU-Agrarmärkte (Frankreich, Großbritannien, Deutschland, Polen, Spanien, Italien, Niederlande, Irland und Österreich). Die Ergebnisse wurden auf die gesamte EU hochgerechnet. Die Gewinne der Landwirte würden bei einem Verlust der Wirkstoffe durch geringere Erträge sowie steigende Arbeits- und Produktionskosten um 17 Mrd. € sinken, wovon 15 Mrd. € auf geringere Umsätze und 2 Mrd. auf höhere Kosten entfallen. Die Wirtschaftlichkeit würde sich damit um 40 Prozent reduzieren.

'ZT# Verlust der Wirkstoffe kann große wirtschaftliche Schäden bringen#/ZT#"In der Landwirtschaft wären in Europa insgesamt eine halbe Million Jobs in Gefahr. In Österreich sind es 30.000 von insgesamt 61.000 Arbeitsplätzen, also knapp die Hälfte. Denn die österreichische Produktion ist mit den 75 Wirkstoffen um 2 Mio. t höher und erwirtschaftet einen um 412 Mio. Euro höheren Umsatz pro Jahr. Gleichzeitig würden die Produktionskosten pro ha um bis zu 10% steigen, jene für die Zuckerrübe würden sich verdoppeln. Für Österreich wurden die höchsten Umsatzeinbußen in der Weintraubenproduktion von 118 Mio. Euro errechnet", warnte die Expertin. Gemessen am aktuellen Bedarf, riskiere die EU mit dem Verlust der Wirkstoffe die eigene Selbstversorgung mit Weizen, Gerste, Kartoffeln und Zuckerrüben.

"Die EU will eine grünere Landwirtschaft, für die die Ziele mit einem gefahrenbasierten Ansatz schwieriger zu erreichen sind. Es wäre also fahrlässig, auf der einen Seite Wirkstoffe zu verbieten und auf der anderen Seite Innovationen durch Bürokratie zu erschweren, deshalb sollten die Rahmenbedingungen, um Wirkstoffe zu entwickeln, verbessert werden, um so entstehende Lücken rasch zu schließen", betonte die Wirschaftsökonomin. (az)
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