Rund 52.100 europäische Milchbauern wollen von morgen an bis Ende Dezember ihre Milchmenge reduzieren. Insgesamt könnten rund 1,06 Mio. t Milch zusammenkommen, die gegenüber dem Vorjahreszeitraum nicht gemolken werden. Dies geht aus der Auswertung der Anträge hervor, die Landwirte bis vor einer Woche stellen mussten, wenn sie an dem EU-Milchmengenreduzierungsprogramm teilnehmen wollen. Damit wurde das Beihilfevolumen jedoch nicht vollständig ausgeschöpft und es stehen nun noch 1,6 Mio. € für eine zweite Antragsrunde zur Verfügung. Die zweite Antragsfrist beginnt heute am 30. September und endet am 12. Oktober 2016.
Es dürfen aber nur Milcherzeuger teilnehmen, die nicht schon eine Reduktion beantragt haben. Die zweite Runde läuft von November 2016 bis Januar 2017. Die EU-Kommission will für jedes Kilogramm nicht produzierte Milch eine Beihilfe von 0,14 Cent zahlen. Allerdings stellt sie dafür 150 Mio. € zur Verfügung. da das Geld schon für die Auszahlung der 1,06 Mio. t Milch aus der ersten Runde vorgesehen ist, bleibt für die zweite Runde nicht mehr viel übrig. Deshalb gibt es in der 2. Runde einen Kürzungskoeffizient.

Wenig zufrieden über das EU-Programm zeigt sich der Deutsche Bauernverband (DBV). Zum einen werde keine spürbare Marktwirkung erzielt, da die Hilfsgelder überwiegend denjenigen Betrieben zufließen, die die Milcherzeugung bereits eingestellt haben, kritisiert der DBV. Mit einer Größenordnung von 0,7 Prozent der EU-Jahresproduktion dürfte der Preiseffekt ohnehin wenig spürbar sein. Zum anderen komme die Auszahlung der Finanzhilfen aufgrund des rechtlichen und bürokratischen Aufwandes zu spät auf den Betrieben an.

Geld in diesem Jahr auszahlen

Umso dringender sei deshalb eine zügige Umsetzung des mit nationalen Mitteln kofinanzierten Teils des Hilfsprogramms. Dieser zweite Teil befindet sich noch in der Erarbeitung und hat ein Gesamtvolumen von 116 Mio. €. Hier arbeitet das BMEL noch an den Details, es woll ein Zuschuss von 0,036 Cent/kg nicht produzierte Milch geben. (da/SB)
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