DLG-Wintertagung

Zwischen Mitsprache und Entscheidungsfreiheit


Das Ziel ist das gleiche, aber die Unterschiede können größer nicht sein. In der Frage wie Landwirte gesellschaftliche Verantwortung übernehmen können, präsentiert die Deutsche Landwirtschafts-Gesellschaft (DLG) heute auf ihrer Wintertagung in München zwei grundsätzlich verschiedene Modelle. Das eine ist unter dem Leitsatz „Fragen, was die Gesellschaft braucht“ einzuordnen. Das andere verfolgt den Ansatz „Bieten, was die Gesellschaft braucht“.

Wünsche erfüllen

Das erste Modell stellte Dr. Simone Helmle von der Demeter-Akademie aus Darmstadt in Form von solidarischen Betriebskonzepten vor. Demzufolge werde die Art und Weise wie landwirtschaftlich produziert wird, gemeinschaftlich entwickelt und ausgehandelt. Der Gewinn dabei: „Die Leute vor Ort entscheiden, was ich arbeitete. Dabei bin ich sehr nah an dem dran, was die Gesellschaft wünscht und sorge so für Akzeptanz für mein Handeln“, sagt Helmle. Aber es sei auch eine tägliche Gratwanderung, schließlich müssten irgendwann Entscheidungen getroffen werden.

Freiheit behalten

Die Entscheidungsfreiheit hat Silvio Reimann, Geschäftsführer der Milch-Land GmbH Veilsdorf in Thüringen, weiterhin für sich selbst reserviert. Bei 130 Mitarbeitern und rund 2000 Milchkühen ginge das auch gar nicht anders. Gesellschaftliche Verantwortung übernimmt er in einer anderen Art und Weise. Etwa indem er Arbeitsplätze schafft, Spielplätze baut, einen Vollsortimenter-Supermarkt betreibt oder Schaubeete mit Feldfrüchten und Gemüsesorten von den Lehrlingen anlegen lässt. Auch das sorge für Akzeptanz in der Öffentlichkeit, so Reimann.

Zahlreiche weitere Ideen wurden in Punkto gesellschaftliche Verantwortung übernehmen vorgestellt wie die Unterhaltung von Tankstellen und Werkstätten oder die Einrichtung von Kulturzentren und Cafés. Doch so unterschiedlich wie die Ansätze für soziales Engagement auch sind: Langfristig werden sich nur die Modelle durchsetzen, mit denen auch Geld verdient werden kann, waren sich die Referenten einig. (kbo)
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