Staubtrockene Böden machen in Niedersachsen die Vorbereitungen für das Saatbett schwierig. Für Raps und Zwischenfrüchte sind die Startbedingungen alles andere als ideal.

Nach Umfragen unter Landwirten zeichnen sich in diesem diesem Jahr erneut Probleme mit der Herbstaussaat ab. Aktuell betroffen sind Winterrapses und Zwischenfrüchte, teilt der Landvolk-Pressedienst mit. Schon die Bodenbearbeitung ist für die Landwirte problematisch, weil die Böden staubtrocken sind. „Der Pflug kann den Ackerboden nicht ausreichend wenden und mischen, sondern produziert nur Pulver oder – auf tonigen Böden – dicke Kluten“, beschreibt Landvolkvizepräsident Ulrich Löhr. Den Saatkörnern können die Ackerbauern kaum ein geeignetes Saatbett bereiten. Der Boden lässt sich nicht in der gewünschten Form für die Ablage des Saatkorns verdichten, für die Keimung fehle das notwendige Wasser.

Empfehlung für spätsaatverträgliche Rapssorten

Im Rapsanbau empfehlen Experten daher jetzt spätsaatverträgliche Sorten, die auch noch in der ersten Septemberdekade ausgesät werden können. Hoffnung setzen die Landwirte auf neuere Sorten, die sich in den bisherigen Versuchen als recht überzeugend präsentiert haben. Allerdings stehen sie derzeit noch nicht alle für den Anbau in der Praxis zur Verfügung. Der Rapsanbau war bereits im vergangenen Jahr aufgrund der Trockenheit deutlich reduziert worden, an den Märkten dagegen lässt die Ölfrucht zurzeit durchaus Hoffnung aufkommen.

Regen für Zwischenfrüchte erhofft

Auch für den Zwischenfruchtanbau wünschen sich die Landwirte dringend weitere Niederschläge. Ölrettich, Schwarzer Senf, Phacelia und andere Grünpflanzen werden jetzt ausgesät, um den Acker über Winter grün zu halten. „Damit bieten wir wildlebenden Tieren über Winter Futter und Deckung und führen dem Boden organische Substanz zu“, erläutert Löhr. Zusätzlich möchten Milchviehhalter mit Grasmischungen Lücken im Futtervorrat auffüllen. Die EU hat die Möglichkeit erlaubt, auf ökologischen Vorrangflächen erneut Futter zu nutzen. Für diese Ausnahmegenehmigung hatte sich unter anderem das Landvolk eingesetzt. Die Grasmischungen werden nach der Ernte der Hauptfrucht, zumeist Getreide, ausgesät, günstige Witterung vorausgesetzt könnten sie bereits im Herbst eine erste Nutzung erlauben. Dazu aber muss Regen erst eine Initialzündung für das Wachstum setzen.

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