Ackerbaustrategie

BMEL setzt auf weite Fruchtfolge


Hirse, aber auch Hafer und Leguminosen sollen laut BMEL die Fruchtfolge erweitern.
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Hirse, aber auch Hafer und Leguminosen sollen laut BMEL die Fruchtfolge erweitern.

Wie soll der Pflanzenbau künftig in Deutschland gestaltet werden? Ein Experte des BMEL gibt im Rahmen der GFPi-Tagung Einblick in deren Pläne.

Ende des kommenden Jahres soll die Ackerbaustrategie der Bundesregierung vorgestellt werden, das betonte Dr. Peter Oswald, Referatsleiter Pflanzenbau und Grünland im Bundeslandwirtschaftsministerium (BMEL) heute im Rahmen der GFPi-Jahrestagung in Bonn. Über den Entwurf des CDU-geführten BMEL, der bereits im ersten Quartal 2019 auf dem Tisch liegen soll, müsse anschließend mit allen Beteiligten, also auch mit dem SPD-geführten Bundesumweltministerium (BMU) diskutiert werden. Oswald sagte, derzeit sei noch nichts richtig ausgefeilt. Klar sei jedoch, dass auf den „eklatanten Rückgang der Insekten“ reagiert werden müsse. Lösungsansätze sieht er, zumindest was sein Referat angeht, in einer weiten Fruchtfolge, um einer „Artenverarmung“ entgegenzuwirken.

Dr. Peter Oswald, Referatsleiter Pflanzenbau und Grünland im BMEL, konkretisiert die Ideen zur Ackerbaustrategie.
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Dr. Peter Oswald, Referatsleiter Pflanzenbau und Grünland im BMEL, konkretisiert die Ideen zur Ackerbaustrategie.

Aber um welche Kulturen ließe sich die Fruchtfolge erweitern? Oswald nennt einige Beispiele, darunter Hafer, Hirse und Leguminosen wie Sojabohne und Blaue Lupine. Ob Hafer als Sommergetreide, das spät geerntet wird und Wasser liebt, mit Blick auf den Klimawandel die richtige Kultur für Landwirte ist, zweifelt er jedoch an. Hirse als C4-Pflanze schon eher. In Ostdeutschland könne die Pflanze möglicherweise den Anbau von Weizen sinnvoll ergänzen. Der Anbau der Blauen Lupine sei hingegen schwierig, weil die Pflanze mit der Krankheit Antraknose zu kämpfen habe.

Den gemeinsamen Abstimmungsprozess über die Ackerbaustrategie mit dem BMU bezeichnet er „als nicht einfach“. Damit spielt er auf das Vorpreschen von Bundesumweltministerin Svenja Schulze (SPD) am Dienstag dieser Woche an, den Einsatz von Pflanzenschutzmitteln an 10 Prozent Flächenstilllegung zu koppeln. „Das ist nicht einfach für Landwirte“. Landwirte, die pfluglos bestellen seien abhängig von Glyphosat. Für diese brauche es entsprechend Alternativen. Welche das sein sollen, darauf gab er keine Antwort. Konkret wurde es ohnehin selten. Oswald verwies lediglich auf die geplante Vorgehensweise des BMEL, um eine Strategie vorlegen zu können. Dazu zählten die Erarbeitung von Lösungsmöglichkeiten und die Darstellung von Zielkonflikten. So kommt auch eine berechtigte Frage aus dem Publikum, ob BMU und BMEL parallel Strategien entwickelten oder ob Konsens geplant sei. Immerhin, antwortet Oswald, ist dieses Ziel im Koalitionsvertrag fest verankert.

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