Afrikanische Schweinepest (ASP)

Nordosten probt den Ernstfall


In Mecklenburg-Vorpommern wächst die Sorge, dass die Seuche eingeschleppt wird. Ein Zaun soll es richten.

 

„Die Bedrohungslage durch die Afrikanische Schweinepest hat sich weiter zugespitzt. Mecklenburg-Vorpommern hat ein umfassendes Maßnahmenpaket umgesetzt, um sich auf den Ausbruch der Seuche vorzubereiten. Sollte die ASP hierzulande festgestellt werden, sind wir handlungsfähig“, so Agrarminister Till Backhaus am Donnerstag auf dem Forsthof Bahlenhüschen bei Crivitz (Landkreis Ludwigslust-Parchim). Dort proben Mitarbeiter der Landesforstanstalt derzeit den Aufbau eines Zauns.


„Durch die Errichtung eines Zaunes haben wir im Falle des Ausbruchs der ASP bei Wildschweinen die Möglichkeit, ein sogenanntes Kerngebiet abzusperren“, erläuterte Backhaus das Vorgehen. Die Barriere solle kranke Wildschweine daran hindern, das abgegrenzte Gebiet zu verlassen und auf diesem Wege weitere Wild- oder Hausschweine zu infizieren. Gleichzeitig solle verhindert werden, dass gesunde Wildschweine einwandern und sich anstecken. Tschechien sei es als bisher einzigem EU-Mitgliedstaat auf diese Weise gelungen, die Seuche auf ein definiertes Gebiet zu beschränken und den Ausbruch der ASP erfolgreich zu bekämpfen.

Mecklenburg-Vorpommern hat den 50 km langen Elektrozaun bereits im Winter 2018 beschafft. Die Konstruktion kommt einem Weidezaun gleich, der alle drei Meter durch einen Metallpfahl und alle 100 Meter durch einen Holzpfahl gehalten wird. Die Pfähle sind mit drei übereinander liegenden Litzen verbunden. Bis zu seinem potenziellen Einsatz im ASP-Fall wird er im Landesamt für Landwirtschaft, Lebensmittelsicherheit und Fischerei (LALLF) gelagert, so das Agrarministerium in Schwerin.

Neben der Vermeidung der Einschleppung ist die frühzeitige Erkennung der ASP eine der wichtigsten Voraussetzungen für deren Bekämpfung, sagte Backhaus. Bereits seit 2011 werden nach einem festgelegten Stichprobenschlüssel zusätzliche Untersuchungen auf ASP bei Wildschweinen im gesamten Landesgebiet durchgeführt.

Um die Zahl der eingesandten Proben zu erhöhen, zahle das Land seit dem 1. Dezember 2017 eine Aufwandsentschädigung in Höhe von 25 € für den Fund und die Beprobung eines kranken oder verendeten Stückes Schwarzwild. Auch der Abschuss von Schwarzwild wird den Angaben zufolge vom Land mit 25 € pro Stück honoriert.

Schätzungen gehen davon aus, dass im ASP-Fall allein in Mecklenburg-Vorpommern mit wirtschaftlichen Schäden von knapp 1 Mrd. € zu rechnen sei. 

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