Afrikanische Schweinepest

Backhaus will mehr Wildschweine jagen

Dem Schwarzwild soll es in  Mecklenburg-Vorpommern vermehrt an den Kragen gehen. Hintergrund ist die Angst vor der Einschleppung der Afrikanischen Schweinpest (ASP). Das Land hat ein Sofortprogramm aufgesetzt.

Damit soll die Zahl der erlegten Tiere pro Jahr auf 80.000 steigen, erklärte Agrarminister Till Backhaus (SPD) am Dienstag in Schwerin bei der Vorstellung des Sofortprogramms. Teil des 2 Mio. € teuren Programms sei etwa der Wegfall von Jagdverboten. Zudem sollen Jäger eine Aufwandsentschädigung für das Erlegen von jungen Tieren erhalten. Auch sollen Gebühren wegfallen, die Jäger zur Jagdteilnahme bisher entrichten mussten.

„Die drastische Reduzierung der Schwarzwildbestände ist eine ganz entscheidende Maßnahme zur Verringerung der Gefahr, die von einem Ausbruch der Afrikanischen Schweinepest ausgeht“, sagte Backhaus. Bei Ausbruch der von Wild- auf Hausschweine übertragbaren Afrikanischen Schweinepest (ASP) drohten Hausschweinehaltungen, Schlacht- und fleischverarbeitenden Betrieben im Land existenzielle wirtschaftliche Einbrüche, so der Minister. „Ich appelliere an die Jägerschaft, an Landwirte und Naturschützer, sich ihrer Verantwortung beim Thema ASP zu stellen.“
Die Maßnahmen im Detail
Jäger sollen ab 1. Dezember 2017 für das Erlegen von Frischlingen mit einem Gewicht bis 25 Kilogramm und für den Abschuss von älteren Bachen, deren Frischlinge keiner Führung mehr bedürfen, 25 Euro Aufwandsentschädigung je Tier erhalten. Mit 25 Euro je Jagdtag honoriert wird auch der Einsatz von Hundeführern mit Jagdhunden bei revierübergreifenden Jagden. Das im Zeitraum vom 11. Januar bis 31. Juli geltende Drückjagdverbot wird zur Erreichung einer wirksamen Bestandsreduzierung beim Schwarzwild für die kommenden drei Jahre ausgesetzt. Für Einladungen durch die Forst- und Nationalparkämter an private Jäger zur Beteiligung an Drückjagden nach dem 11.01.2018 entfällt das Erheben von Standgebühren und Jagdbetriebskostenbeiträgen.
Intensiviert werden soll die Schwarzwildjagd auch in den Nationalparken und Renaturierungsgebieten zur Seuchenprävention.

Backhaus erwartet drastische Folgen beim Ausbruch

Der Minister verdeutlichte nochmals die dramatischen Folgen, die Schweinehaltern im Fall eines ASP-Ausbruchs drohten. Allein in Mecklenburg-Vorpommern wären 200 Betriebe mit rund 830.000 Schweinen vom Verlust ihres Tierbestands bedroht. Mehr als 40 Schlacht- und fleischverarbeitende Betriebe mit rund 3.700 Beschäftigten und einem Umsatz rund 1 Mrd. € könnten von Umsatzeinbrüchen und Schweinefleisch-Exportverboten betroffen sein, so der Minister.

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