Afrikanische Schweinepest

Deutschland ist handlungsfähig


Größter ASP-Risikoträger ist der Mensch , sagt FLI-Präsident Prof. Thomas Mettenleiter.
Foto: J_Struck
Größter ASP-Risikoträger ist der Mensch , sagt FLI-Präsident Prof. Thomas Mettenleiter.

Deutschland ist auf einen möglichen Ausbruch der Afrikanischen Schweinepest (ASP) vorbereitet. Das sagt zumindest der Präsident des Friedrich-Loeffler-Instituts (FLI) und mahnt zur Gelassenheit.

Im Falle eines Ausbruchs der Seuche hierzulande kann Deutschland konsequent handeln, so FLI-Präsident Prof. Thomas Mettenleiter. Im Rahmen einer Tagung der Stiftung Toennies-Forschung am Donnerstag in Berlin, verwies Mettenleiter auf die Möglichkeiten, die Seuchenbekämpfung konsequent umzusetzen. Damit verbunden wäre selbstverständlich auch die gesellschaftlich kritisch betrachtete Keulung von Nutztierbeständen in Infektionsgebieten. Aber dies wäre die effektivste Maßnahme zur raschen Kontrolle und Verhinderung der Ausbreitung der ASP. Dies sei Bestandteil eines "gelebten Tierschutzes".

Die Wahrscheinlichkeit des Ausbruchs der ASP in Deutschland könne er nicht beziffern, so Mettenleiter. "Wildschweine springen nicht und können auch nicht fliegen", grenzte er das Risiko der Verbreitung im Vergleich zur Vogelgrippe ein. Das größte Risiko bleibe nach wie vor die Übertragung durch den Menschen. Für ihn sei es nicht nachvollziehbar, dass sich Personen aus Deutschland immer noch für jagdliche Aktivitäten im östlichen Europa bewegen. 

Grundsätzlich sei die Ausgangslage für Maßnahmen der Biosicherheit in Deutschland sehr viel besser als in den bekannten Infektionsgebieten wie in der Ukraine und Polen, betonte Mettenleiter. Dort seien Ausbrüche der ASP im Nutztierbereich insbesondere in sehr kleinen Tierbeständen in Haushaltungen aufgetreten. In den größeren und hygienisch gut zu kontrollierenden Schweinebeständen in Deutschland sei das Infektionsrisiko erheblich geringer.
Stand der ASP-Ausbrüche zum 6. März 2018, nach Zahlen des Friedrich-Loeffler-Instituts (FLI)
Foto: FLI
Stand der ASP-Ausbrüche zum 6. März 2018, nach Zahlen des Friedrich-Loeffler-Instituts (FLI)

Das von Sabine Christiansen moderierte Symposium beschäftigte sich außerdem mit Tiertransportzeiten und dem Erkennen von Tiersignalen für die Verbesserung der Tiergesundheit. „Auch wenn die Haltungsformen der deutschen Landwirtschaft nicht von uns geregelt werden, wollen wir Diskussionen begleiten und Verbesserungen ermöglichen. Daher haben wir verstanden unsere Verantwortung als Lebensmittelbetrieb auch hier wahrzunehmen“, sagt Clemens Tönnies.

Hans Leyendecker, Journalist und Präsident des evangelischen Kirchentages in Münster fokussierte auf die Frage der Verantwortung in der Produktion von tierischen Lebensmitteln. Sein Aufruf galt allen Beteiligten in der Produktionskette, ihre Verantwortung dem Mitgeschöpf Tier wahrzunehmen und es ordentlich zu halten.



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