Afrikanische Schweinepest

Großbritannien klärt auf

Die Afrikanische Schweinepest (ASP) scheint von Großbritannien noch weit entfernt. Dennoch geht das Land in die Offensive und startet eine Aufklärungskampagne.

Die größte Gefahr zum Eintrag des Virus in Schweinebetriebe geht nicht von infizierten Wildschweinen aus, sondern von kontaminiertem Futter. Das berichtet das Portal "wir-sind-tierarzt.de". In Großbritannien haben die Tierhalter damit bereits bei der Ausbreitung einer anderen Seuche leidvollen Erfahrungen gemacht. Über kontaminierte Speiseabfälle kam es 2001 zu einenmverheerenden Ausbruch von Maul-und-Klauenseuche. Sechs Millionen Rinder und Schafe mussten damals getötet werden. "Daher wissen die Briten um die Gefahr importierter, kontaminierter Lebensmittel und Speisereste, sogar solcher veganen oder vegetarischen Ursprungs", schreibt Tieräztin Dr. Annegret Wagner in ihrem Beitrag auf "wir-sind-tierartz.de".

Merkblatt zur Futterauswahl

Angesichts der Ausbreitung der Afrikanischen Schweinepest (ASP) in Osteuropa startet das britische Landwirtschaftsministerium deshalb eine Aufklärungskampagne. Sie zielt ausdrücklich auf das Thema "Speiseabfälle im Schweinefutter". "Diese Warnung ist inhaltlich uneingeschränkt auch auf deutsche Verhältnisse übertragbar", so Wagner. Die folgenden Kriterien sollten daher auch deutsche Schweinehalter verinnerlichen.

Keine Gefahr gehe demnach von kommerziellem Schweinefutter aus. Es habe außerdem den Vorteil, genau auf den Bedarf von Schweinen ausgelegt zu sein. Schweine erhalten so eine ausgewogene Ration und benötigen nicht zwangsläufig Nebenprodukte unbekannter Herkunft.

ASP-Risiko auch bei Gemüseabfällen nicht unterschätzen

Schweine dürfen laut Wagner zwar durchaus mit Gemüse und Obst aus dem eigenen Garten gefüttert werden – wenn es vorher nicht in eine Küche gelangt sei und dort eventuell durch andere Speisen kontaminiert wurde. Doch auch diese selbst geernteten Produkte sollten nicht mit Wildschweinen in Kontakt gekommen sein.

Niemals Speisereste an Schweine verfüttern

Alle weiteren Lebensmittel sollten erst gar nicht an Schweine verfüttert werden. Das gelte besonders für Speisereste aus Gaststätten oder gar Flugzeugen und Schiffen, aber auch für Abfälle aus der eigenen Küche – selbst wenn es sich um vegane Gerichte handele. Schweine sollten auch keine Abfallprodukte erhalten, die aus einer Küche stammen. Darüber hinaus verbiete sich die Fütterung aller denkbaren Fleischprodukte sämtlicher Tierarten inklusive Meeresfrüchte sowie von Katzen- oder Hundefutter – egal ob roh oder gekocht,

Gefahr durch Unwissenheit

Denn die Verfütterung von Speiseresten ist grundsätzlich EU-weit verboten. "Vor allem Tierhalter, die nur wenige Schweine im Jahr für den eigenen Bedarf mästen, unterlaufen – aus Unkenntnis oder Absicht – sehr oft diese Bestimmung", so Wagner weiter. Häufig würden die Schweine gerade wegen einer Verwertung von Speiseresten angeschafft. Daher stellten solche Kleinsthaltungen eine nicht zu unterschätzende Gefahr im Bezug auf die Verbreitung der Afrikanischen Schweinepest dar. Eine ähnlich plakative Auflärungskampagne wie in Großbritannien könnte ihrer Meinung nach eventuell helfen, das Bewusstsein der Tierhalter für die Problematik zu schärfen.

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