Afrikanische Schweinepest

Mehr als 900 Fälle bei Wildschweinen

Das Risiko der weiteren Einschleppung des ASP-Virus aus Polen dürfte vorerst hoch bleiben.
Auch in der ersten Juli-Hälfte haben die polnischen Behörden wieder zahlreiche Fälle der Afrikanischen Schweinepest (ASP) bei Wildschweinen registriert.
Das Risiko der weiteren Einschleppung des ASP-Virus aus Polen dürfte vorerst hoch bleiben.

Die Zahl der mit der Afrikanischen Schweinepest (ASP) infizierten Wildschweine in Deutschland hat die Marke von 900 Stück überschritten.

Nach Angaben des Friedrich-Loeffler-Instituts (FLI) sind seit dem ersten Ausbruch im September 2020 bis einschließlich 31. März 917 Fälle nachgewiesen worden, davon 831 in Brandenburg und 86 in Sachsen. Angesichts der Fortschritte bei den Bekämpfungsmaßnahmen gegen die ASP sei in den Landkreisen Oder-Spree, Spree-Neiße und Dahme-Spreewald die Einzeljagd auf Reh-, Rot- und Damwild in den dortigen fest eingezäunten Gebieten - sogenannte Kerngebiete und Weiße Zonen - ab dem 10. April 2021 wieder möglich, teilte das Brandenburger Sozialministerium mit. Voraussetzung für diese Lockerung sei der mittlerweile komplett geschlossene doppelte Ringzaun um die Seuchenherde um Friedland und Neuzelle gewesen.

Außerdem hat das Ministerium per Erlass die Aufwandsentschädigung für Jagdberechtigte vereinfacht und deutlich erhöht. Gab es bisher für die Entnahme und Ablieferung eines Wildschweins im Kerngebiet und in der Weißen Zone 30 Euro für unter 30 Kilogramm wiegende Tiere und 50 Euro für schwerere Schwarzkittel, werden ab dem 1. April 2021 unabhängig vom Gewicht pro Wildschwein 100 Euro gezahlt.

Unterdessen wird der Westen Polens immer mehr zum „Hot Spot“ der ASP. Die Oberste Veterinärbehörde verzeichnete in der Woche zum 28. März insgesamt 102 neue Funde verendeter Wildschweine, die nachweislich mit der Seuche infiziert waren; das war rund ein Drittel mehr als in der Vorwoche. Nach Angaben des FLI auf Basis von Daten des Europäischen Tierseuchenmeldesystems (ADNS) ist die Gesamtzahl der ASP-Wildfunde in Polen seit Jahresbeginn bis zum 1. April auf 981 gestiegen. Dabei wurden rund drei Viertel dieser Tiere in der Wojewodschaft Lebus und damit in relativer bis unmittelbarer Nähe zur deutsch-polnischen Grenze gemeldet. Von einem Abflauen der Seuche kann in dieser Region keine Rede sein. Das Risiko der weiteren Einschleppung des Virus nach Deutschland trotz der entlang der Grenze errichteten Wildzäune dürfte vorerst hoch bleiben. AgE
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