Afrikanische Schweinepest

Mit Gottes Hilfe gegen ASP

Der Bayerische Landesverband lädt zu einer Sternwallfahrt nach Altötting, um gegen die Ausbreitung der Tierseuche anzubeten.

Im Internet kursiert in diesen Tagen das Foto einer Einladung zu einer Sternwallfahrt nach Altötting, wo am 29. April, 11.30 Uhr, in der Basilika St. Anna „für gesunde Tiere und zur Abwehr der Afrikanischen Schweinepest in ganz Deutschland“ gebetet werden soll. Unterzeichnet ist diese Einladung unter anderem vom Bayerischen Bauernverband, der die Echtheit des Schreibens auf Anfrage der agrarzeitung (az) bestätigt.

Zu sehen ist diese Einladung zum Beispiel hier.

Zweifel an der Echtheit des Schreibens haben sich aufgedrängt, weil die vom dortigen Ortsverein verteilte Einladung nicht per se für das Internet gedacht war – und auch nicht offensiv dort verbreitet wurde. Gehässige Algortihmen einer nicht minder gehässigen Social-Media-Filterblase haben diese Einladung ans Ufer der Redaktion gespült – versehen mit den entsprechenden despektierlichen Kommentaren wie „kollektiver Gotteswahn“.

Aber auch die bisher von behördlicher Seite ergriffenen Schutzmaßnahmen kriegen in den Blogs ihr Fett weg: „Hier sieht man wieder die Überlegenheit des südlichen Bundeslandes. Eine Vielzahl von vorgeschlagenen Maßnahmen zum Schutz gegen die Schweinepest sind sicher genau so wirksam wie eine Wallfahrt. Vorteil der Wallfahrt: sie kostet fast nichts und ist zusätzlich noch ein kulturelles Ereignis Gleichgesinnter“, schreibt zum Beispiel die Agrar- und Veterinärakademie Steinfurt auf ihrer Website.

Auch wenn der wissenschaftliche Beweis der Wirksamkeit des Gebets gegen die Afrikanische Schweinepest bis dato ausgeblieben ist, so ist bloße Häme an dieser Stelle nicht angebracht. Die Tierseuche steht vor den Toren Bayerns und wessen Existenz von der Gesundheit der Schweine im Stall abhängt, dem ist vielleicht auch als Atheist das Gebet ein probates Mittel unter vielen. Wenn auch sicherlich nicht das allein seligmachende Mittel. „Der dortige Ortsverein versucht, mit dieser Veranstaltung auch den religiösen Gefühlen der Bevölkerung Rechnung zu tragen“, heißt es daher aus der Landesgeschäftsstelle des Bauernverbands.

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