Afrikanische Schweinepest

Risiko nimmt weiter zu

Das Risiko der Einschleppung der Afrikanischen Schweinepest (ASP) wird als sehr hoch eingeschätzt. Wissenschaftler des Friedrich-Loeffler-Institut mahnen zur Vorsicht.

Die Ausbreitung der ASP nach Westen geht unvermindert voran, so Prof. Franz Conraths auf der Tagung Tierische Veredelung des Deutschen Raiffeisenverbandes (DRV) in dieser Woche in Berlin. Die besonders in den vergangenen Tagen neu beschriebenen Fälle in der Tschechischen Republik gäben nach Einschätzung des Veterinärmediziners Anlass zu größter Besorgnis. Nunmehr müsse sich zeigen, ob die in Tschechien eingeleiteten Maßnahmen zur Bekämpfung der Tierseuche Erfolge zeigen. Diese umfassen in erster Linie die Reduzierung der Wildschweinpopulationen in den Kerngebieten der Ausbruchsorte. Angestrebt werde dabei die kurzfristige Verminderung der Wildschweinbeständen um mindestens 70 Prozent. 

Dennoch müsse das Auftreten der ASP auch in Deutschland mit hoher Wahrscheinlichkeit einkalkuliert werden. Offen ist allerings der Zeitpunkt, führte Conraths aus. Alle im Bereich der Schweineerzeugung tätigen Betriebe und Unternehmen seien dringend aufgefordert, sich auf umfassende Krisensituationen und damit verbundene hohe wirtschaftliche Belastungen einzustellen, mahnte er. 

Alle erarbeiteten Empfehlungen für eine erhöhte Biosicherheit müssten dringend beachtet und ständig angepasst werden. Dabei  ist und bleibe der größte Risikofaktor der Mensch, betonte Conraths. Eine Impfung gegen die ASP sei im Gegensatz zu in der Vergangenheit aufgetretenen Fällen der Klassischen Schweinepest (KSP) für die Zukunft nicht zu erwarten. Angesichts der Dynamik der Ausbreitung der ASP in der zurückliegenden Zeit sei von ersten Fällen in Deutschland in baldiger Zukunft auszugehen. Eine sehr enge Zusammenarbeit wissenschaftlicher Einrichtungen mit den Behörden sowie Landwirtschafts- und Jagdverbänden sei bereits eingeleitet. Diese müssten weiter intensiviert werden, so Conraths. Denn der Ausbruch der ASP in Deutschland  würde für den gesamten Sektor "katastrophale Auswirkungen haben".
stats