Afrikanische Schweinepest

Thüringen und Sachsen-Anhalt sind vorbereitet

Die Afrikanische Schweinepest breitet sich immer weiter nach Westen aus. Ostdeutsche Bundesländer leiten erste Maßnahmen ein. Ein Seuchenausbruch wäre das Aus für den Absatz von Schweinefleisch.

Thüringen und Sachsen-Anhalt bereiten sich auf den Ernstfall der Schweinepest mit unterschiedlichen Maßnahmen vor. Agrarministerin Birgit Keller (Linke) kündigte in Erfurt eine  „Thüringer ASP-Verordnung“ an, um das Infektionsrisiko zu senken.

Zur Vorbeugung vor der Afrikanischen Schweinepest (ASP) will die Landesregierung in Erfurt 1,5 Mio. € zur Verfügung stellen. Mit dem Geld soll ein Schwarzwild-Kompetenzzentrum der Jägerverbände unterstützt werden, um Schulungen durchzuführen. Jäger erhalten eine Aufwandspauschale. In den Revieren im Staatswald wurde die Jagdruhe von Mitte Januar bis Mitte Juli aufgehoben.

Sachsen-Anhalt stellt mehrsprachige Warnhinweise auf

In Sachsen-Anhalt laufen die Vorbereitungen zur Seucheneindämmung ebenfalls auf Hochtouren.Landwirtschaftsministerin Prof. Claudia Dalbert (Grüne) geht wie das Friedrich-Löffler-Institut davon aus, dass der wahrscheinlichste Übertragungsweg des ASP-Virus der Mensch ist. Eine Übertragung von Wildschwein zu Wildschwein stelle ein geringeres Risiko dar. Die Landesregierung hat daher Maßnahmen ergriffen, die das Einschleppen der Krankheit aus den Seuchengebieten in Osteuropa verhindern soll. An Raststätten gibt es mehrsprachige Warnhinweise, per Erlass müssen Müllbehälter regelmäßig geleert werden. Das Ministerium in Magdeburg zahlt 50 € für das Auffinden und Beproben toter Wildschweine.

Vorbereitung auf den Seuchenfall

Die Landesämter müssen nach den Vorschriften der Schweinehaltungshygieneverordnung die Biosicherheit in Betrieben verstärkt kontrollieren.  Für den Seuchenfall wurden 30 Container zur Kadaverzwischenlagerung angeschafft. Zur Bewertung der Seuchenlage, Beratung und Festlegung von Maßnahmen wurde eine Sachverständigengruppe eingerichtet.

Für eine erfolgreiche Prävention müsste laut Friedrich-Löffler-Institut die Population um mindestens 70 Prozent dauerhaft reduziert werden. Das sei mit Abschussprämien oder anderen Anreizmaßnahmen überhaupt nicht zu erreichen, erklärte Dalbert. Landwirte forderte sie auf, Bejagungsschneisen in Maisfeldern anzulegen. Im Rahmen der Agrarförderung des Landwirtschaftsministeriums ist die Anlage von Bejagungsschneisen unter bestimmten Bedingungen und ohne Einschränkung der Beihilfefähigkeit möglich.

 

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