Afrikanische Schweinepest

Tierärzte mahnen Waidgerechtigkeit an

Auch Wildschweine unterliegen dem Tierschutzrecht betont die Tierärztliche Vereinigung für Tierschutz (TVT). Die Organisation lehnt Jagdmethoden, die gegen den Tierschutz verstoßen, grundsätzlich ab.

Tierschutz sei unteilbar, bemerkt die TVT. Er gelte im Fall der Afrikanischen Schweinepest (ASP) sowohl für Haus- wie auch für Wildschweine. Als Warmblüter genießen beide in der Systematik des Tierschutzgesetzes einen hohen Schutz.

Zur Gefahr der Übertragung der ASP nach Deutschland bemerkt die TVT, dass sich Wildschweine überwiegend territorial aufhalten und infizierte Tiere vor ihrem Tod keine großen Strecken mehr zurücklegen. Daher sei bei jagdlichen Maßnahmen darauf zu achten, dass keine großräumige Zerstreuung der Rotten erfolge. Dazu können ungünstig durchgeführte Bewegungsjagden sowie der Abschuss führender Bachen gezählt werden.

Derzeit würden auch Jagdmethoden für Deutschland diskutiert, die im Sinne des Tierschutzes abzulehnen seien. Eine Reduktion der Wildschweinpopulation um 70 Prozent, wie sie politisch gefordert werde, könne die Einschleppung des Virus nicht verhindern. Vielmehr seien zur Verhinderung der Einschleppung vor allem hygienische Maßnahmen im grenzüberschreitenden Personenverkehr nötig.

Methoden wie stationäre Saufänge hätten sich als unwirksam erwiesen und seien tierschutzwidrig. Auch die Aufhebung der Schonzeit für Muttersauen mit Frischlingen sei für die Tierseuchenbekämpfung kontraproduktiv, da die Frischlinge ohne Führung oft weite Strecken zurücklegen und das Risiko der Ausbreitung erhöhen würden. Ein Vergiften von Wild oder eine medikamentelle Fruchtbarkeitskontrolle seien und müssten unbedingt verboten bleiben, fordert die TVT. Von derartigen Maßnahmen würden Schmerzen und Leiden nicht nur für die Zieltierarten sondern auch für andere Tierarten ausgehen.
Lediglich im Fall eines nachgewiesenen Ausbruchs der ASP bei Wildschweinen könne auf abgrenzbaren, kleinen Gebieten ein Totalabschuss aller Wildschweine angezeigt sein.

Die ASP dürfe nicht als Ausrede dafür dienen, alle Gebote des Tierschutzes und der Waidgerechtigkeit zu missachten, fordert die TVT.
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