Afrikanische Schweinepest

ASP kommt monatlich bis zu 3 km näher


Die EU-Kommission ist sehr besorgt über das Vorrücken der Afrikanischen Schweinepest.
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Die EU-Kommission ist sehr besorgt über das Vorrücken der Afrikanischen Schweinepest.

Europa wird die Afrikanische Schweinepest durch große Anstrengungen im Griff behalten, versichern EU-Politiker. Sorgen bereitet der Kommission dagegen die Lage in China.

Die Wildschweine sind der Schlüssel bei der Bekämpfung der Afrikanischen Schweinepest (ASP), erklärte Bernard Van Goethem, Direktor in der Generaldirektion für Gesundheit der EU-Kommission. Auf einer Konferenz zum Thema betonte Van Goethem, dass sich ASP trotz aller Bekämpfungsmaßnahmen mit einer Geschwindigkeit von 1 bis 3 km pro Monate ausdehnen werde. Es ginge deshalb vor allem darum, „Sprünge“ bei der Ausbreitung von ASP zu verhindern. Vor allem durch den unaufmerksamen Umgang mit Lebensmittelabfällen breite sich die Seuche zuweilen über tausende von Kilometern aus.

Belgien und Tschechien hätten es geschafft, neue Ausbruchsherde zu stoppen. In beiden Ländern wurde eine Flucht der Wildscheine in die noch nicht betroffenen Gebiete verhindert, führte der Seuchenexperte der EU-Kommission aus. Die Wildschweine innerhalb des Sperrgebietes müssen kaum noch bejagt werden, da sie durch die Krankheit getötet würden. Wichtig sei eine restlose Beseitigung der Wildschweinkadaver, in denen sich die Viren lange hielten. 

Seit August 2018 breite sich ASP auch in China rasch aus und zwar vor allem in landwirtschaftlichen Betrieben. In China lebe rund die Hälfte des Nutzschweinebestands in der Welt, weshalb die Seuche dort immense Folge haben werde. Sie breite sich in landwirtschaftlichen Betrieben ungebremst aus. 
Hermann Onno Aikens, Staatssekretär im Bundeslandwirtschaftsministerium, lenkte die Aufmerksamkeit auf Militärfahrzeuge und Soldaten, die über ihre Manöver zur Ausbreitung beitragen könnten. Sie müssten genau wie die Jäger und Reisenden in Präventionsmaßnahmen einbezogen werden.

Hoffnung richtet sich auf Impfung

Der rumänische Landwirtschaftsminister Petre Daea brachte seine großen Sorgen über die Seuche zum Ausdruck. Im Donaudelta sind mehrere Hundert landwirtschaftliche Betriebe betroffen. Die Viren seien über die Ukraine eingeschleppt worden, berichtete Daea und betonte, ASP könne jedes EU-Mitgliedsland treffen. Der rumänische Minister setzt auf die Entwicklung eines Impfstoffs, um ASP in den Griff zu bekommen. 

Ursprung vor 10 Jahren
ASP ist laut EU-Generaldirektion für Gesundheit 2007 in Jordanien entstanden. Dort seien Schweine mit Schweineabfällen gefüttert worden. Von Jordanien aus habe sich die Seuche über Russland ausgebreitet und 2011 die baltischen Länder erreicht.


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