Afrikanische Schweinepest

Vorbereitung auf den Krisenfall

Kommende Woche startet unter Leitung des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) eine Krisenübung zur Afrikanischen Schweinepest. Bundesminister Schmidt will das Land für den Ernstfall wappnen.

Die – für den Menschen harmlose – Afrikanische Schweinepest (ASP) ist eine gefährliche Tierseuche, die mit hohen Verlusten bei Schweinen einhergeht, so das BMEL in einer Mitteilung. Seit 2014 tritt die ASP in den baltischen Staaten und in Polen auf. In weiter östlich liegenden Ländern (z. B. Russland, Ukraine) kommt die Seuche seit 2007 bis heute gehäuft vor.

HOher Infektionsdruck

Aufgrund des hohen Infektionsdrucks könne nicht ausgeschlossen werden, dass die Seuche nach Deutschland und in weitere Länder der EU verschleppt werde, teilte das BMEL heute mit. Die jüngsten Ausbrüche in der Tschechischen Republik bei Wildschweinen und in Rumänien bei Hausschweinen hätten dies eindrücklich belegt. Mit einer gemeinsamen Übung, die am kommenden Dienstag beginnt, bereiten sich Bund und Länder auf den möglichen Ausbruch der Afrikanischen Schweinepest in Deutschland vor.

"Eine Einschleppung der Afrikanischen Schweinepest nach Deutschland brächte schwere wirtschaftliche Folgen für alle Schweinehalter mit sich", so Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt. Deshalb habe man bereits eine Reihe an Maßnahmen ergriffen, um eine weitere Ausbreitung der Afrikanischen Schweinepest zu verhindern.

Schon im August hatte das BMEL eine Aufklärungskampagne an Autobahnraststätten, Parkplätzen und Autohöfen gestartet. Die bevorstehende mehrtägige Krisenübung von Bund und Ländern sei einen weiterer wichtiger Baustein für die Vorbereitung auf eine mögliche Einschleppung der Seuche nach Deutschland, so Schmidt.

Kommunikation optimieren

Ziel der Krisenübung ist die Optimierung der Kommunikation zwischen Bund und Ländern über tierseuchenrelevante Daten. Geübt wird die Abfassung des Berichtes für einen Fall von Afrikanischer Schweinepest bei Wildschweinen. Die mitübenden Länder (voraussichtlich alle) legen den Fundort für das infizierte Wildschwein fest und planen die erforderlichen Restriktionsgebiete (gefährdeter Bezirk und Pufferzone) unter tierseuchenrechtlichen und jagdrechtlichen Erfordernissen. Diese Gebiete sind bei Krankheiten der Wildtiere deutlich größer als bei Seuchen der Haustiere und die Übung wird die Dimension der erforderlichen Sperrmaßnahmen deutlich machen.

Der gefährdete Bezirk kann auch bei nur einem Nachweis von ASP bei einem Wildschwein schon einen Radius von 10 bis 15 Kilometern haben. In diesem Bezirk wird nach weiteren verendeten Wildschweinen gesucht, um festzustellen, wie weit die Seuche bereits vorgedrungen ist.

Auflagen für gefährdete Bezirke

In dem gefährdeten Bezirk werden auch Hausschweine als gefährdet angesehen und kontrolliert. Der Handel mit Schweinen aus diesem Bezirk ist nur unter Auflagen möglich, die diese Tierhaltungen wirtschaftlich sehr belasten, die aber notwendig sind, um die Hausschweinebestände zu schützen.

Die Pufferzone ist ein den gefährdeten Bezirk umgebendes Gebiet, in dem noch keine Seuche nachgewiesen wurde. In diesem Gebiet werden Wildschweine intensiv bejagt. Das BMEL erstellt aus den Berichten der Länder ein Lagebild für Deutschland, das Grundlage für weitere Entscheidungen und für die Information der Mitgliedsstaaten ist. Die Berichte der Länder gehen beim BMEL und beim Bundesforschungsinstitut für Tiergesundheit, dem Friedrich-Loeffler Institut, im Laufe des 21. November 2017 ein, die Auswertung erfolgt bis zum 28. November.

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