Afrikanische Schweinepest

Zwischenfrüchte für Drückjagden einkürzen


Wegen der Schweinepestgefahr gelten in Baden-Württemberg geänderte Fristen für Zwischenfrüchte. Um Wildschweine zu jagen, ist es erlaubt, die Bestände früher zu kürzen.

Wer Zwischenfrüchte im Agrarumweltprogramm FAKT des Landes Baden-Württemberg oder als ökologische Vorrangfläche angemeldet hat, muss Fristen einhalten. Dazu gibt es jetzt Ausnahmeregeln, wenn auf solchen Flächen Drückjagden geplant sind. Denn die schnelle Reduzierung der Wildschweinbestände durch intensivere Bejagung sei eine wichtige Präventionsmaßnahme, um die Afrikanische Schweinepest (ASP) und damit die Ansteckungsgefahr für Nutztierbestände einzudämmen, heißt es aus dem Agrarministerium in Stuttgart.

Dort empfiehlt der landesweite ‚Runde Tisch Schwarzwild‘ eine enge Zusammenarbeit der Landwirte und der Jagdpächter. Vor allem sei es bei geplanten Drückjagden notwendig, Zwischenfruchtbestände einzukürzen, damit sie keine Rückzugsmöglichkeiten für Wildschweine bieten. „Die Bestände sollten allerdings nur dann eingekürzt werden, wenn dies mit dem Jagdpächter abgesprochen wurde“, heißt es ausdrücklich.

Aufwuchs muss auf der Fläche bleiben
Einkürzen bedeutet Mulchen oder Schröpfen. Wenn der Zwischenfruchtanbau im Landesprogramm FAKT gefördert wird, dürfen Landwirte bereits vor dem 15. Januar auf die Flächen. Eine Nutzung des Aufwuchses ist aber untersagt, der Aufwuchs muss auf der Fläche verbleiben. Für Zwischenfrüchte, die als Ökologische Vorrangflächen (ÖVF) gemeldet wurden, gilt Ähnliches. Nach EU-Recht müssen die Zwischenfrüchte bis 15. Januar auf der Fläche verbleiben. Nach Interpretation des Stuttgarter Ministeriums ist dieser Passus auch dann gewährleistet, wenn die Flächen gewalzt, geschlegelt oder gehäckselt werden. Erforderlich ist aber, dass der Aufwuchs nicht abgefahren wird. Schließlich gelten Ausnahmeregeln für Wasserschutzgebiete. Nähere Informationen erhalten Landwirte bei den zuständigen Landwirtschaftsämtern.

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