Afrikanische Schweinepest

Tierseuchenkasse springt im ASP-Ernstfall ein

Die Angst vor einem Ausbruch der Afrikanischen Schweinepest (ASP) ist besonders in Brandenburg im Grenzgebiet zu Polen groß. Die Seuche könnte durch die Urlaubszeit schnell näher an die Landesgrenze heranrücken.

Auch wenn Deutschland bisher von der ASP verschont geblieben ist, bleibt die Gefahr der Einschleppung nach Brandenburg hoch. Insbesondere die bevorstehende Urlaubssaison birgt die Gefahr, dass Osteuropareisende infizierte Fleisch- und Wurstwaren nach Brandenburg einführen und im Zweifelsfall unsachgemäß entsorgen. Über diesen Weg könnten sich Wildschweine infizieren und die Seuche in Brandenburg verbreiten. Darüber waren sich Experten, die auf Einladung des Bildungsvereins der Landwirtschaft, des Landesbauernverbandes und des Landestierarztes mit Landwirten aus allen Regionen Brandenburgs zusammenkamen, einig.

Bereits ein ASP-Fall im Wildschweinbestand hätte - ohne dass ein Hausschwein betroffen ist - erhebliche Konsequenzen für Schweinehalter. Selbst bei einem regional begrenzten Seuchengeschehen würde Deutschland von vielen Ländern für den Export von Schweinefleisch und Schweinefleischerzeugnissen gesperrt werden. Dramatisch wären damit auch die wirtschaftlichen Folgen in den vor- und nachgelagerten Bereichen. Für den Seuchenfall in Hausschweinbeständen, so die anwesenden Sachverständigen, ist Brandenburg so gut wie möglich vorbereitet. In diesem Zusammenhang wurden bereits sogenannte Standby-Verträge mit Spezialfirmen geschlossen, die im Ernstfall betroffene Bestände töten, fachgerecht entsorgen und danach die Stallungen reinigen sowie desinfizieren. Aus der Tierseuchenkasse des Landes Brandenburg stehen bei Seuchenausbruch in einem Hausschweinbestand die durch Tierhalter eingezahlten Mittel zur Verfügung. Dabei wird auf Antrag und unter bestimmten Voraussetzungen der Tierverlust, im Sinne des marktüblichen Wertes, ausgeglichen. Darüber hinaus halten spezielle Anbieter ergänzend maßgeschneiderte Versicherungslösungen bereit, die weitere Betriebsausfälle kompensieren sollen.

Intensive Bejagung der Schwarzwildbestände

Dr. Stephan Nickisch, Landestierarzt Brandenburg, lenkte die Aufmerksamkeit insbesondere auf die strikte Umsetzung und Einhaltung von Biosicherheitsmaßnahmen in schweinehaltenden Betrieben. Dazu zählen die Einhaltung aller Anforderungen der Schweinehaltungshygieneverordnung, die Vermeidung des direkten und indirekten Kontaktes zwischen Haus- und Wildschweinen sowie konsequente Hygienemaßnahmen, einschließlich der Reinigung/Desinfektion von Fahrzeugen unmittelbar nach jedem Transport. Die Einhaltung des Verfütterungsverbotes von Speiseabfällen an Schweine besitzt eine hohe Priorität.

Besondere Bedeutung bei der Vorbeugung und Früherkennung der ASP kommt den Jägern zu. Hier sind sowohl die intensive Bejagung der Schwarzwildbestände als auch verstärkte Aktivitäten beim Auffinden verendeten Schwarzwildes zu nennen.

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