Agrardaten

Digitalisierung schreitet rasch voran


Klaus-Peter Willsch rät zum gelassenen Umgang mit der digitalen Technik.
Foto: J_Struck
Klaus-Peter Willsch rät zum gelassenen Umgang mit der digitalen Technik.

Die Verarbeitung digitaler Daten in der Landwirtschaft hält umfassend Einzug. Sorge um den Datenschutz erzeugt geteilte Meinungen.

Die Digitalisierung in der Landwirtschaft muss unter verschiedenen Aspekten betrachtet werden. Sie biete sowohl volkswirtschaftlich als auch technologisch ein großes Potenzial, sagt das Mitglied des Deutschen Bundestages Klaus-Peter Willsch (CDU). Auf einer Diskussionsveranstaltung der Genius GmbH am Donnerstag in Berlin rät der Vorsitzende der Parlamentsgruppe Luft- und Raumfahrt im Deutschen Bundestag zu einem gelassenen Umgang mit dem Fortgang der Technik. Er warnt vor zu frühen und übertriebenen Bemühungen zur Regulierung der Digitalisierung in der Landwirtschaft. Zunächst sollten Erfahrungen in der praktischen Anwendung gesammelt und den Systemanbietern Möglichkeiten zur Entwicklung zielführender Techniken gegeben werden, lautet sein Standpunkt. "Wir haben bereits einen großen Datenpool", betonte Willsch. Dieser werde auch bereits genutzt. Aus seiner Sicht werde der Bereich der Datensicherheit "vielleicht ein wenig überbetont".

Kritisch dagegen beurteilt der agrarpolitische Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion, Rainer Spiering, einen zu sorglosen Umgang mit Daten aus und für die Agrarwirtschaft. Er plädiert für eine umfassende Regulierung der Datensicherheit durch staatliche Einrichtungen. Er begrüße sehr, dass der Aufbau staatlicher Maßnahmen auch im Koalitionsvertrag bereits berücksichtigt worden sei. Eine stärkere staatliche Kontrollfunktion halte er auch im Hinblick auf die Erhaltung von Marktchancen kleinerer und mittlerer Systemanbieter beispielsweise aus Deutschland für unverzichtbar. Es sei deutlich geworden, dass große US-amerikanischen Internet- und Pflanzenzuchtkonzerne sich auch auf dem Gebiet der globalen Agrarwirtschaft sehr stark engagieren und darin Zukunftsmärkte für Angebote digitaler Dienstleistungen sehen, so Spiering. Es dürfe nicht zugelassen werden, dass die landwirtschaftlichen Betriebe als eigentliche Eigentümer der Daten ihren Besitz kostenlos zur Verfügung stellen müssten, lautet seine Position.
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