Agrargenossenschaften

Verband warnt vor Diskriminierung


Vorstandschef Ralf W. Barkey fordert mehr Unterstützung für Agrargenossenschaften.
Foto: jst
Vorstandschef Ralf W. Barkey fordert mehr Unterstützung für Agrargenossenschaften.

Zusammenschlüsse von Landwirten und ihren Familien in Form einer Genossenschaft sollten stärker unterstützt werden, fordert der Genossenschaftsverband. Besonders im Osten Deutschlands seien sie unverzichtbar.

"Die Agrargenossenschaften verdienen eine besondere Beachtung und können das gesellschaftspolitische Gefüge in unserem Land stabilisieren", sagte Ralf W. Barkey, Vorstandsvorsitzender des Genossenschaftsverbandes - Verband der Regionen gestern in Berlin. Auf der erstmalig einberufenen Pressekonferenz des Verbandes am Standort Berlin plädierte Barkey für die Anerkennung der Agrargenossenschaften als Mehrfamilienbetriebe. Keinesfalls würden sie den Strukturen von Konzernen entsprechen, betonte er.

Angesichts eines anhaltenden wirtschaftlichen Drucks sei es für die Unternehmen dringender denn je erforderlich, verlässliche politische Rahmenbedingungen zu erhalten. Diese seien maßgeblich von den Ergebnissen der Verhandlungen über die Gemeinsame Europäische Agrarpolitik (GAP) abhängig, die nach der Wahl zur Europäischen Parlament und der Arbeitsaufnahme einer neuen Europäischen Kommission nun in eine entscheidende Phase treten.



Nach Aussage von Barkey täte der Gesetzgeber gut daran, die Vorschläge des Agrarausschusses von April 2019 aufzugreifen und Agrargenossenschaften als Zusammenschluss von Einzelbetrieben anzuerkennen. Diese könnten im Sinne der genossenschaftlichen Selbsthilfe durch eine Bündelung ihrer Kräfte am Markt erfolgreicher agieren als jeder einzelne es für sich tun könne. Dieser Gedanke müsse stärker gefördert und dürfe nicht diskriminiert werden, so Barkey.

Der Genossenschaftsverband - Verband der Regionen vertritt insgesamt die Interessen von rund 2.600 Mitgliedsunternehmen in 14 Bundesländern. Im Verband organisiert sind etwa 550 Agrargenossenschaften vor allem in den Bundesländern Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen.


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