Agrarministerkonferenz

Klöckner verspricht Ausnahmen beim Pflanzenschutz


Trotz harter Themen und Kritik von den Landwirten schaffte Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner es, für freundliche Mienen zu sorgen.
Bild: da
Trotz harter Themen und Kritik von den Landwirten schaffte Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner es, für freundliche Mienen zu sorgen.

Tiertransporte unter Extremtemperaturen stellen künftig eine Ordnungswidrigkeit dar. Beim Insektenschutz verlangen die Agrarminister der Länder mehr Mitsprache.

Transporteure, die Tiere ins EU-Ausland bei Außentemperaturen von über 30 Grad Celsius im LKW fahren, müssen künftig ein Bußgeld bezahlen. Bundesagrarministerin Julia Klöckner kündigt dazu in Mainz zur Agrarministerkonferenz (AMK) eine Änderung der Tierschutztransportverordnung an. Die Minister von Bund und Länder diskutierten drei Tage auf der Herbstkonferenz über anstehende agrarpolitische Themen. Stellvertretend für die Teilnehmer brachte Dr. Volker Wissing, Agrarminister in Rheinland-Pfalz als Vorsitzender der AMK den Unmut der Länder zum Ausdruck. Sie seien von Klöckner zu wenig über die verschärfte Düngeverordnung und das  Aktionsprogramm Insektenschutz informiert worden.

Agrarministerkonferenz in Mainz: Artenschutz auch für Landwirte!


Klöckner sagte ihren Kollegen zu, Bundesländer und Verbände in das anstehende Gesetzgebungsverfahren einzubinden und weitergehende Details zu klären. Einen massiven Rückgang von Pflanzenschutzmitteln kündigt Till Backhaus, SPD-Agrarminister in Mecklenburg-Vorpommern, auf Ackerland in FFH-Gebieten an. „Landwirtschaft ohne Pflanzenschutz funktioniert nicht", erwidert der AMK-Vorsitzende Wissing. Er vergleicht den Einsatz von Pflanzenschutzmitteln mit Medikamenten für kranke Menschen. „Wir haben einen Insektenschwund", sagt Klöckner, „und deshalb müssen die Insektizide unter die Lupe genommen werden."  Doch kündigte sie in Mainz bereits an, dass Obstbauern beispielsweise weiterhin mit Mitteln gegen die Kirschessigfliege rechnen können. Große Hoffnungen setzt die Ministerin auf Ausbringungsgeräte, die den Einsatz von Düngern und Pflanzenschutzmitteln verringern.



Hoffnungen machen dürfen sich Landwirte beim Risikomanagement. Die Agrarminister wissen, dass viele Betriebe nicht über das nötige Geld verfügen, um die Schäden zunehmender Wetterextreme aus Eigenmitteln stemmen können. Deshalb fordert stellvertretend für zehn Länder, Peter Hauk, Agrarminister in Baden-Württemberg den Bund auf, Landwirte beim Abschluss von Mehrgefahrenversicherungen finanziell zu unterstützen. Hauk gibt sich vor der Presse zuversichtlich, dass diese Hilfe auch erfolgen wird. Begrüsst wird von der AMK die eine von der Regierung geplante Reduktion des Versicherungssteuersatzes von 0,03 Prozent der Versicherungssumme.

Um keine Zeit bei der Ausgestaltung der Gemeinsamen Agrarpolitik nach 2020 zu verlieren, wollen sich die Agrarminister von Bund und Länder zu einer Sonderagrarministerkonferenz treffen, wenn die neue EU-Kommission ab November die Arbeit aufgenommen hat.

Die Kommentare für diesen Artikel sind geschlossen.

stats