Agrarministerkonferenz

Landwirte fühlen sich von Politik im Stich gelassen

Ein Ausstieg aus dem Pflanzenschutz macht für Landwirte keinen Sinn. Zur Agrarministerkonferenz sind Demonstrationen in Münster von Mittwoch bis Freitag angekündigt.

 

Ab Donnerstag dieser Woche findet in Münster unter Vorsitz der nordrhein-westfälischen Landwirtschaftsministerin Schulze Föcking (CDU) die Agrarministerkonferenz (AMK) statt. Stellvertretend für die Landwirtschaft erwartet der Präsident des Rheinischen Landwirtschafts-Verbandes (RLV), Bernhard Conzen, dass die Agrarminister der Bundesländer sich auf eine gemeinsame Linie verständigen.

„Ob in der Tierhaltung oder im Ackerbau: Wir brauchen endlich Lösungen, die unseren Bauern Perspektiven für die Zukunft geben“, so der Präsident. „Wir Bauern im Rheinland sagen ‚Ja‘ zu mehr Tierwohl, wir brauchen aber auch einen geeigneten Weg, dieses umzusetzen“, so Conzen. Mit Blick auf die Kastration männlicher Ferkel spricht er sich für den sogenannten „4. Weg“ aus, bei dem die Landwirte zur Kastration lokal betäuben dürfen. Besorgt sei der RLV-Präsident auch über die Entwicklungen im Ackerbau. Leider ließen sich die Agrarpolitiker von den Meinungsmachern anstecken, die außer der Forderung nach weitreichenden Verboten keinen echten Beitrag zur Lösung der bestehenden Herausforderungen leisteten.

Ein Ausstieg aus dem Pflanzenschutz mache keinen Sinn, ist Conzen überzeugt, und sieht die Notwendigkeit, Verfahren aus dem ökologischen Landbau sowie die konventionelle Herangehensweise zu verbinden. Hierzu müsse die Politik aber auch liefern, fordert Conzen. In Anbetracht eines reduzierten Glyphosateinsatzes orientiert sich Bundesagrarministerin Julia Klöckner (CDU) an einer Minimierungsstrategie, die an bestimmte Auflagen für einen Glyphosateinsatz gebunden ist. Um den Forderungen Nachdruck zu verleihen, veranstalten beide Landesbauernverbände in NRW Demonstrationen vor dem Tagungshotel in Münster am Donnerstag. 

Die Kommentare für diesen Artikel sind geschlossen.

stats